Weihnachten im Godesheim: Ein Berg voller Geschenke

Weihnachten im Godesheim : Ein Berg voller Geschenke

Das Christkind hat seine Geschenke wieder pünktlich im Godesheim abgegeben. Doch bei aller Freude darüber schwingt bei den Kindern und Jugendlichen an den Festtagen auch immer etwas Wehmut mit.

. Das Christkind hat seine Geschenke wieder pünktlich im Godesheim abgegeben. Neben dem Tannenbaum in der Villa Holzem, der Außenstelle in Wachtberg, stapeln sich die Päckchen.

Rund 30 Kartons mit Pflegeprodukten, Schmuck und Textilien liegen hübsch verpackt im Erdgeschoss neben dem Kamin. „Das ist wirklich überwältigend und beeindruckend“, freut sich Stefanie Lenger von der Leitung des Godesheims. „Vor allem über die vielen warmen Klamotten für den Winter haben sich die Mädchen bereits im letzten Jahr sehr gefreut“, so Hausleiterin Irene Hosnofsky.

Das „Christkind“ alias Lilly Flohe ist schon eine alte Bekannte im Haus. Bereits das vierte Jahr in Folge hat die Godesbergerin in ihrer Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bad Godesberg, wenn...“ für die rund 380 Kinder und Jugendlichen, die – zum Teil oder ganz – im Godesheim leben, gesammelt. „Sogar aus Süddeutschland haben uns Godesberger Geschenke geliefert“, sagt Flohe. „Man spricht im Netz darüber“, sagt Begleiter auch Holger Liczner.

Zum ersten Mal schickten auch Mitarbeiter der Telekom in Bonn mehr als 50 Päckchen ins Haus. So wie die Villa Kunterbunt – eine Elterninitiative aus dem Godesberger Villenviertel, die seit drei Jahren zum Spenderkreis gehört. Nicht zu vergessen der Verein Mädchenhaus Bonn, von dem es neben Geschenken auch Geld für die Mädchen gebe, so die Vorsitzende Bitten Stuhlmann-Laeisz.

„Heiligabend ist ein besonderer Tag, alle machen sich schick und freuen sich nicht nur auf die Geschenke“, sagt Hausleiterin Irene Hosnofsky. Am Nachmittag steht ein Zirkusbesuch auf dem Programm, anschließend geht es zum Schlittschuhlaufen auf die Eisbahn an der Adenauerallee. Rindergulasch mit Kartoffeln und Rotkohl wird es geben und Mousse au Chocolat.

„Am Vormittag des Heiligen Abends schmücken wir gemeinsam den Tannenbaum. Am Abend, nach der Bescherung, werden die Regeln dann ein bisschen gelockert, zum Beispiel, was das Fernsehprogramm angeht“, so Vizeleiterin Yasemin Yazici. Voriges Jahr stand sogar das Christkind im weißen Gewand vor der Tür. Eine Mitarbeiterin hatte alle überrascht.

„Etwa die Hälfte der Kinder im Godesheim verbringt Weihnachten bei ihren Familien oder Angehörigen“, sagt Stefanie Lenger. Die zehnjährige Anna, die seit drei Jahren im Godesheim lebt, bleibt. „Letztes Jahr war Weihnachten echt cool“, sagt das Mädchen und freut sich auch diesmal.

„Es ist schon ein bisschen doof, dass ich nicht zu Hause sein kann, aber dafür kommt meine Mama ja hierher.“ Neben ihr sitzt die 13-jährige Isabelle, die nicht ganz so aufgekratzt und vergnügt wirkt. „Ich bin über Weihnachten nicht hier.

Ich freue mich auf zu Hause“, sagt sie etwas schüchtern. „Da ist oft eine traurige Beklommenheit, bevor das Fest beginnt“, so Kerstin Rüttgerodt vom Godesheim. „Die Zeit vor den Feiertagen ist da manchmal schwierig, weil die Kinder noch mehr als sonst an ihre Familien denken. Und natürlich hat jeder den Wunsch, zu Hause zu sein, und muss irgendwie mit der Situation klarkommen.“

„Auch unsere unbegleiteten Flüchtlinge im Haus werden natürlich mit eingebunden. Denen zeigen wir, wie Weihnachten geht“, sagt Lenger. Am ersten Weihnachtstag kommt der Bonner Imbiss „Engel und Teufel“ und verschenkt Currywurst und Pommes.

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