Kantatenorchester Bad Godesberg: Ein begeisterndes Konzert zum Muttertag

Kantatenorchester Bad Godesberg : Ein begeisterndes Konzert zum Muttertag

Das Bad Godesberger Kantatenorchester feierte am Sonntag ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren veranstaltet das Orchester die Klassik-Buffets mit Konzert und anschließendem Essen. Am Muttertag begrüßten Kuster und sein Orchester das Publikum im schönen historischen Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde.

Die dritte Suite der „Antiche Danze ed Arie“ von Ottorino Respighi standen zuerst auf dem Programm des reinen Streichorchesters. Vorab erläuterte Kuster in seiner Moderation, wie es dazu kam, dass Werke des frühen 20. Jahrhunderts doch sehr an Renaissance und Barock erinnern.

Ottorino Respighi gehörte zu den Komponisten, die sich bewusst in ihrem Schaffen auf die Vergangenheit bezogen und sich diese zum Vorbild nahmen. Heiter begann so der Vormittag mit einer Italiana. Der zweite Satz, die Aria di Corte, wurde mit den zahlreichen verschiedenen Absätzen abwechslungsreich umgesetzt, wobei besonders die Bratschen und die solide Bass-Gruppe zu erwähnen sind. Auch bei den schnellen Stellen und Tempowechseln erklang das Orchester gut zusammen. Ein recht voller Klang war bei dem dritten Satz zu hören, einem Variationssatz, der den schwungvollen Abschluss darstellte.

Als Solistin war an diesem Tag die junge Pianistin Luisa Imorde zu Gast, die aus Bad Godesberg stammt und jetzt in Salzburg lebt und studiert. Gerade ist ihre erste CD mit dem schönen Titel „Zirkustänze“ erschienen, auf der sie Werke von Robert Schumann und Jörg Widmann spielt und die sie heute im Schumannhaus präsentiert. Mit den Papillons war sie zunächst solistisch mit einem Auszug hieraus zu hören. Kuster hatte zuvor in seiner Anmoderation den Bezug des Zyklus‘ zu Jean Pauls „Flegeljahren“ hergestellt, und in der Tat setzte Imorde die dort vorkommenden Bilder wunderbar um. Sie spielte den zwölfteiligen Zyklus in einem Rutsch durch, wobei sie problemlos zwischen den teils sehr unterschiedlichen Stimmungen und Szenen umschaltete. Von schwungvoll bis verträumt reichte die Bandbreite musikalischen Ausdrucks.

Mit einem gemeinsamen Werk beendeten Luisa Imorde und das Bad Godesberger Kantatenorchester das vormittägliche Muttertagskonzert. Es erklang der erste Satz des ersten Klavierkonzerts von Frédéric Chopin für Klavier und Streicher. Ausdrucksstark zeigte sich die Pianistin auch hier, wobei sie gelegentlich das Orchester zu einem munteren Tempo antrieb. Kuster gelang es jedoch immer, Solistin und Orchester zusammenzuhalten. So endete das Klassik-Buffet mit großem Applaus.