Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg: Ehemaligen-Verband des Päda wird 120 Jahre alt

Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg : Ehemaligen-Verband des Päda wird 120 Jahre alt

Der Verband der ehemaligen Otto-Kühne-Schüler feiert sein 120-jähriges Bestehen. Dialog, kritischer Austausch und Vernetzung sind einige der Ziele des Vereins um den neuen Vorsitzenden Daniel Bergold.

In festlicher Garderobe saßen an einem sonnigen Tag im Jahr 1930 die Mitglieder des Verbands ehemaliger Schüler des Pädagogiums (VESDEP) zu einem Frühschoppen im Garten der Redoute beisammen. So dokumentiert es ein historisches Foto. Mit Dankbarkeit blickte man schon damals auf die Kooperation der 1883 von Otto Kühne gegründeten Internatsschule und des 1899 formierten Verbands zurück, der in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen feiert. Dessen Arbeit hatte hoffnungsvoll begonnen. Mit Rundschreiben und den VESDEP-Nachrichten hielt Rektor Kühne Kontakt zu den Ehemaligen. "Also versorgt uns reichlich mit Nachrichten, namentlich Euren genauen Adressen", bat er.

"Viele Ehemalige bleiben mit dem Päda verbunden, oft ein ganzes Leben lang. Das macht uns stolz", ist auch heute auf der Verbandshomepage zu lesen. Ziele seien gestern wie heute der ständige Dialog zwischen Schule und Ehemaligen und der kritische Austausch auch mit jetzigen Schülern. Ehemalige haben heute Wohnsitze unter anderem in Madrid, Los Angeles, Tokio – und Bad Godesberg. Dank der Mitgliederbeiträge unterstützt der Verband schulische Projekte, finanziert aktuell etwa ein Boot für den Päda-Ruderverein, der seinen 110. Geburtstag feiert.

Die Vereinsnachrichten erscheinen zweimal im Jahr

Er erarbeite seit zwölf Jahren als Geschäftsführer zweimal im Jahr die VESDEP-Nachrichten für rund 700 Mitglieder, jährlich 100 Abiturienten und mehr als 60 Lehrer und Elternvertreter, berichtet der ehemalige Päda-Schulleiter Hans-Georg Kercher, der mit Herzblut weiter Einsatz zeigt. Regelmäßig führt er bei Klassentreffen durch die Traditionsschule.

"Die Vereinsstruktur ist grundsätzlich als gesund zu bezeichnen", erläutert David Hober, der 13 Jahre lang die VESDEP-Geschicke leitete und an diesem Wochenende den Vereinsvorsitz abgegeben hat. Entscheidend dafür sei gewesen, einen Geschäftsführer einzustellen, der in besonderer Weise ansprechbar sei und das Vereinsbüro am Laufen halte. Darüber hinaus habe man von der Expertise und dem Engagement der bisherigen Vorstandsmitglieder sehr profitiert. "Nur so konnte es dem nun scheidenden Vorstand rasch gelingen, die seinerzeit desolat übernommene Infrastruktur mit Karteileichen, nicht bezahlten Mitgliederbeiträgen und falschen Adressen zu konsolidieren und dem Verein ein funktionierendes Rückgrat einzuziehen", so Hober.

Konkurrenz durch die digitalen Medien

Andererseits gehe natürlich die gesellschaftliche Entwicklung, dass die Bindung an Institutionen, Parteien und Vereine abnehme, auch nicht am Verein vorbei. Zumal vor Jahren mit der Entscheidung des Schulträgers, das Internat zu schließen, sicherlich "das in der Regel doch emotional eng geknüpfte Familienband" zwischen Internat, Schule und Verein nicht mehr da sei, bedauert Hober. Es gelinge in den vergangenen Jahren immerhin argumentativ, durchschnittlich zehn Prozent eines Abiturjahrgangs für den VESDEP zu gewinnen. Wobei es wegen der digitalen Medien häufig nicht mehr nötig sei, sich mittels einer Vereinsmitgliedschaft zu vernetzen, benennt Hober Herausforderungen. Die wird der am Wochenende gewählte neue Vorstand unter Vorsitz von Daniel Bergold nun weiter angehen.