Vernissage in Mehlem: „Ecce homo“ in der Villa Friede

Vernissage in Mehlem : „Ecce homo“ in der Villa Friede

Vier Künstler aus vier Kulturkreisen stellen ihre Werke in der Mehlemer Villa Friede aus: der Krakauer Maler Zbigniew Bajek, seine deutsche Kollegin Ulrika Eller-Rüter von der Alfterer Kunsthochschule, der Jerusalemer Maler Sliman Mansour und der chinesische Künstler Ren Rong.

Es ist naheliegend, die Verbindung von Politik und Kunst zum Thema zu machen, wenn in einem Kunstraum Künstler aus China, Palästina, Polen und Deutschland zusammenkommen. Diese Beziehung machten die Laudatoren Dirk Vianden als Kanzler der Alanus Hochschule in Alfter und Jörg Eberhard, Kunstprofessor aus Düsseldorf, anlässlich der Ausstellungseröffnung von „Ecce homo“ in der Mehlemer Villa Friede zum Thema.

Doch die vier Künstler, der Krakauer Maler und Kunstprofessor Zbigniew Bajek, seine deutsche Kollegin Ulrika Eller-Rüter von der Alfterer Kunsthochschule, der ebenfalls als Dozent tätige Jerusalemer Maler Sliman Mansour, der wegen einer Erkrankung nicht persönlich anwesend sein konnte, und der in seinem „Kunstraum Villa Friede“ gastgebende chinesische und in Bonn und Peking lebende Künstler Ren Rong, verbinden sich in ihren Arbeiten in aller Einfachheit und zugleich Tiefe betrachtet durch ihre Sicht auf den Menschen.

Nicht zuletzt der Ausstellungstitel „Ecce homo“, der aus dem griechischen Urtext mit „Siehe, der Mensch“ übersetzt wird, weist unmissverständlich auf das Thema „Mensch“ hin.

Während ein Teil der Arbeiten von Zbigniew Bajek von seiner akribischen Erforschung des Lebens in akkurat gerasterten Tableaus von der Fruchtbarkeit mit real aufgebrachten Samen und Wurzeln erzählen, die er mit Fotografien von kopflosen, auf das Gebären konzentrierten Frauenleibern verbindet, ziehen die großformatigen Werke von Ulrika Eller-Rüter den Betrachter über eine ihn unmittelbar berührende Sinnlichkeit in ihren Bann. Trotz des eher abweisend kalten Materials, menschenhohe Stahlbleche, wirken die von ihr darauf mit Salzsäure nach realen Fotos gemalten Frauenfiguren geradezu verletzlich.

Durch seine Krankheit sind von Sliman Mansour nur zwei Bilder zu sehen. Auch Ren Rong bezieht sich in seinen Werken auf die chinesische Kunsttradition und verbindet sie mit seiner Wahrnehmung unserer Gegenwartskultur. So entstehen ornamentale Figuren und Pflanzen im Spannungsfeld von Realität und Märchenhaftem.

Die Ausstellung „Ecce homo“ ist bis zum 9. April im Kunstraum Villa Friede, Mainzer Straße 141, in Mehlem zu sehen: donnerstags bis freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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