Carillon in Bad Godesberg: Drei neue Musiker für das Glockenspiel im Kurpark

Carillon in Bad Godesberg : Drei neue Musiker für das Glockenspiel im Kurpark

Bei einer Abschiedsfeier hat Wilfried Rometsch die Schlüssel für das Carillon im Kurpark an seine drei Nachfolger übergeben. Der Verein Bürger.Bad.Godesberg hat eine Spendenaktion zur Instandsetzung des Glockenspiels gestartet.

Helle, schöne Töne erklangen am Freitagnachmittag zwischen Trinkpavillon und Kleinem Theater. Unter dem Turm bespielte Georg Wagner die Tasten des Carillons mit heiteren Liedern. Und zwar kräftig mit dem Schwung des ganzen Körpers. Fahrradfahrer gesellten sich zur Gästeschar im Kurpark hinzu, kleine Kinder lauschten. Joachim Schäfer vom Verein Bürger.Bad.Godesberg hatte zur Abschiedsfeier für Wilfried Rometsch geladen. Godesbergs musikalischer Heimatforscher hat dieses seltene große Glockenspiel von 1985 bis 2018 im Bewusstsein der Bürger gehalten. „Nach gut 30 Jahren ist es aber mal genug. Wie gut, dass ich Nachfolger habe“, meinte Rometsch und übergab Wagner, dessen Ehefrau Ariane Toffel sowie Rolf Linden die Schlüssel. Am Samstag, 30. März, um 15 Uhr ist der erste Spieltermin angesetzt.

Von den Dreien war der Orgelbauer Linden vor einiger Zeit auf Rometsch zugegangen. „Als Laie hat es mich gereizt, einmal auf dem Carillon zu spielen“, sagte Linden. Aus einem wurden viele Male. Und Rometsch habe ihn ermuntert, auch zwei ausgebildete Carillonspieler, eben Wagner und Toffel, zu werben. Die sind studierte Musikwissenschaftler und leidenschaftlich engagiert, die rheinische Tradition des „Beierns“, also des Glockentönens, wiederzubeleben. „So ein Carillon in einem Turm, bei dem der Spieler nicht im Verborgenen sitzt, gibt es in Deutschland nicht noch einmal“, schwärmte Wagner.

Seit 1981 im Bad Godesberger Kurpark

Nach einigen Versprechern des schwierigen Worts „Carilloneure“ in den folgenden Reden entschied das Publikum kurzerhand: „Sagen wir doch: Wir haben jetzt drei Tenöre.“ Womit gute Laune garantiert war. Godesbergs stellvertretende Bürgermeisterin Hillevi Burmester dankte Rometsch und dem Verein Bürger.Bad.Godesberg für ihren Einsatz. Das Spiel gebe den Bürgern immer wieder Anlass, sich im Kurpark wohl zu fühlen. Und der Verein setze sich ein, dass das Carillon demnächst auch instand gesetzt werde. Das Grünamt bereite die Arbeiten schon vor. „Die Bezirksvertretung wird den Prozess sorgfältig begleiten“, so Burmester. Joachim Schäfer appellierte ans Publikum, sich mit Spenden und Glockenpatenschaften zu engagieren.

Burmester dankte aber auch Norbert Hauser für „die wunderbare Entscheidung“, das Carillon 1981 aus der Rheinaue geholt zu haben. Der damalige Bezirksvorsteher erzählte dem GA am Rande, er habe sich einfach gedacht, dass das gute Stück, das 1979 extra für die Bundesgartenschau gebaut worden war, weiterhin unter die Leute gehöre. Als Musiker holte er sich seinen Schwager Rometsch an Bord. „Und zwar mit dem Argument: 'Du kannst doch Klavier spielen'“, so Rometsch. Mit einer Einweisung von zwölf Minuten sei er unter den Turm gesetzt worden. Und was waren seine schönsten Auftritte? Immer die, in denen er im Takt wippende Kinder im Park gehabt habe, sagte er.

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