Mehlem: Die Baustelle der Superlative

Mehlem : Die Baustelle der Superlative

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich gab es am Montag auf der Baustelle von SGL Carbon in Mehlem wieder etwas zu feiern. Rund 100 Bauarbeiter und Verantwortliche wurden beim Richtfest Ohrenzeugen des zünftigen Richtspruchs und ließen sich danach Brötchen, Kartoffelsalat und Schnitzel schmecken.

Im Oktober, so sieht es der Zeitplan weiterhin vor, soll die weltweit größte Graphitpresse angeliefert werden. Ihr soll die riesige Halle, deren Betonwände zurzeit noch ohne Dach dastehen, als Standort dienen.

"Diese Mannschaft weiß, was sie tut", lobte Standortleiter Hans-Michael Güther die beteiligten Unternehmen und ihre Arbeiter und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Neubau der Werkshallen weiterhin unfallfrei verlaufen möge. SGL-Projektbetreuer Peter Zimmer bezeichnete die Kapazitätserweiterung als "Technologie-Schnitt", mittels dessen Bonn zu einem internationalen Produktionszentrum des Iso-Graphits werde.

Der Neubau, so Zimmer, symbolisiere den Schritt "von der Manufaktur zur industriellen Fertigung" und stelle eine Investition für die nächsten 40 Jahre dar. Innerhalb der gesamten SGL-Gruppe genieße das Projekt hohe Aufmerksamkeit. Mit der neuen Presse wird sich die Produktionskapazität für isostatisch gepressten Graphit - benötigt etwa für die Halbleiterindustrie - in den kommenden Jahren von derzeit 5000 auf 15.000 Tonnen erweitern. Die Investition wurde von Anfang an allgemein als Zeichen der dauerhaften Standortsicherung willkommen geheißen.

Der nächste Meilenstein beim Bau des Produktionszentrums wird die Anlieferung der isostatischen Presse sein. Sie ist für den Oktober vorgesehen und dürfte nicht weniger spektakulär verlaufen als die bisherigen Bauarbeiten. Die rund 800 Tonnen wiegende Anlage soll das Werk in Bonn auf dem Wasserweg erreichen.