Empfang der Kfz-Innung: Die Abgasaffäre steht im Mittelpunkt

Empfang der Kfz-Innung : Die Abgasaffäre steht im Mittelpunkt

Ganz im Zeichen des VW-Abgasskandals stand gestern der Neujahrsempfang der Innung der Kfz-Handwerke Bonn/Rhein-Sieg in der Stadthalle.

„Eigentlich schien im Umweltbereich alles geregelt zu sein. Katalysatoren sorgten für saubere Luft. Die Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern reduzierte den Feinstaubausstoß bei den Dieselfahrzeugen. Das Kfz-Gewerbe hatte seine Hausaufgaben gemacht“, sagte Obermeister Manfred Jansen in seiner Rede an die rund 160 Teilnehmer aus etwa 70 Betrieben.

„Doch dann fegte im vergangenen Jahr ein Sturm über das Kfz-Gewerbe hinweg. Diese Abgasaffäre hat dem Gewerbe schwer geschadet“, konstatierte Jansen. Auch Michaela Balansky, stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, ging in ihrem Grußwort auf das Thema ein und fragte: „Wie wird man wieder Vertrauen in des Deutschen liebstes Kind, ins Auto, zurückgewinnen?“ Fakt ist: Allein im Rhein-Sieg-Kreis mit knapp 350.000 zugelassenen Autos und in Bonn mit circa 230.000 Wagen hat die Branche mehr als eine halbe Million Autos zu betreuen.

„Und das Kfz-Gewerbe trägt zu einer hohen Standortqualität bei“, meinte die Bonner Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel. Sie fragte aber auch: „Wie viel Mobilität verträgt das Klima?“ „In der Summe können wir stolz darauf sein, was wir im Umweltbereich geleistet haben. Und dies alles mit dem Ziel, eine ausgewogene Balance zwischen der Sicherung der Mobilität der Bevölkerung und dem Umweltschutz zu erreichen.

Denn Mobilität ist unverzichtbar in unserem Wirtschaftsleben“, meinte Jansen. Nur vor Ort könne die Branche ihren Beitrag dazu leisten, indem sie für hocheffiziente Motortechnik und funktionierende Abgassysteme sorge. „Letzteres steht unter Aufsicht der anerkannten Abgasuntersuchungsbetriebe, die wiederum jährlich überprüft werden – ein System, das sich seit mehr als 25 Jahren bewährt hat.“

Auch die Flüchtlingskrise spiegelte sich im Geschäftsbericht des Obermeisters wider. „Hier werden wir als Kfz-Gewerbe bei der Integration gefordert werden“, meinte Jansen. „Weltoffen sind wir. Allerdings haben wir damit zu kämpfen, dass der größte Teil der Flüchtlinge weder über Deutschkenntnisse noch über eine fachliche Qualifikation verfügt. Dennoch bin ich guten Mutes.“ So fiel der Blick in die Zukunft auch entsprechend positiv aus: „Ich sehe keinen großen Facharbeitermangel in unserer Region auf unser Gewerk zukommen. In den vergangenen fünf Jahren sind kontinuierlich 250 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden.“

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