Kommentar zum Godesberger Bahnhof: Der Kunde ist der Dumme

Kommentar zum Godesberger Bahnhof : Der Kunde ist der Dumme

Die seit Jahren andauernde Posse um die Sanierung des Bad Godesberger Bahnhofs treibt immer wieder neue Blüten. Die Zustände kommentiert GA-Redakteur Richard Bongartz.

Die Arbeiten am Bad Godesberger Bahnhof dauern weiter an. Nach dem Hickhack um falsche Bauteile für die beiden Lifte zu den Gleisen geht es seit Herbst um den Anschluss des weiter im Bau befindlichen Aufzuges in der Schalterhalle. Dem fehlt schlicht der nötige Starkstrom. 200 Meter Leitungen mussten dafür verlegt werden.

Da fragt man sich, warum es solch einen Anschluss mitten in einer Großstadt bis heute noch nicht gab und wieso die anderen beiden Aufzüge auch so funktionieren. Doch misslungene, scheibchenweise Informationspolitik, über die sich Bahnkunden zu Recht ärgern, ist das eine. Das andere die Tatsache, dass die Stadtwerke Bonn den Auftrag fürs Leitungsverlegen nach eigenen Angaben erst im November erhalten haben. Die Bahn selbst ist mit der Notwendigkeit dieser Arbeiten auch erst kurz davor herausgerückt.

Das alles legt den Verdacht nahe, dass die Planungen für die Renovierung des Bahnhofs nicht aus einem Guss erfolgt sind, bei der Bahn mit ihren Subunternehmen bisweilen die Linke nicht weiß, was die Rechte tut.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn nicht vor allem Gehbehinderte oder Familien mit Kinderwagen dauerhaft darunter leiden müssten. Diesen zahlenden Fahrgästen nutzt es nichts, wenn die Wände in der Schalterhalle jetzt gestrichen sind. Sie wollen endlich alle lange versprochenen Aufzüge und die behindertengerechte Rampe auf der Rückseite der Unterführung nutzen können. Nicht mehr und nicht weniger. Leider finden sie nirgendwo Gehör. Auch als sich jüngst die Politik noch mal einmischte, blieb das ergebnislos.

Das ganze Drama und die ewigen Vertröstungen lassen leider nur einen Schluss zu: Der Bahn sind die Zustände im kleinen Bad Godesberg ziemlich gleichgültig.

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