41. Bonner Jägertag in der Stadthalle: Der Jagdhund steht im Mittelpunkt

41. Bonner Jägertag in der Stadthalle : Der Jagdhund steht im Mittelpunkt

Bei der Vortragsveranstaltung in Bad Godesberg drehte sich diesmal alles um den Hund. Denn der leistet den Jägern wertvolle Hilfe - sofern er gut ausgebildet ist.

Die Stimmung bei den Teilnehmern beim 41. Bonner Jägertag in der Stadthalle hätte kaum besser sein können: Eine Blaskapelle sorgte gleich zu Beginn für den musikalischen Rahmen, und die Hunde bellten dazu. „Das ist eine stimmungsvolle Begrüßung im Echtzeitmodus“, freute sich Georg Verbücheln vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Grund zur Freude hatte auch Ralph Müller-Schallenberg, der in seinem Grußwort die jagdpolitischen Initiativen der neuen Landesregierung lobte und sich bereits jetzt auf ein neues Landesjagdgesetz ab 2019 einstellte.

Neben den landespolitischen Hoffnungen der Teilnehmer stand in zahlreichen Vorträgen das Thema Jagdhund im Fokus. Immerhin ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit fünf eigenen Jagdhunderassen: Großer und Kleiner Münsterländer Vorstehhund, Deutsche Bracke, Westfälische Dachsbracke und Westfalenterrier - Hunde, die als Leitarten für Lebensräume, Wildarten und Jagdarten stehen.

„Der Bonner Jagdtag spannte den Bogen von den Frühphasen der Domestikation zu den heutigen Aufgaben der Jagdhunde und geht dabei auch auf die Verantwortung am anderen Ende der Hundeleine ein“, meinte Moderator Michael Petrak vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. „Für das enge Mensch-Hund-Verhältnis spricht bereits eine der weltweit ältesten Haushundnachweise am späteiszeitlichen Fundplatz in Bonn-Oberkassel, wo vor etwa 14 000 Jahren ein Mann und eine Frau gemeinsam mit einem Hund bestattet wurden.“

Titel: „Ja, wo laufen sie denn?“

Die Hunde seien wichtige Helfer beim Aufspüren des Wildes, leiteten dem Jäger das Wild zu und seien unverzichtbar bei der Nachsuche auf nicht tödlich getroffenes Wild. „Hunde als Hausgenossen und Familienmitglied behalten ihre Eigenschaften als Jäger“, so Petrak. „Dies wird häufig von Hundehaltern unterschätzt und führt zu Konflikten zwischen Hundehaltern und Naturschutz sowie Hundehaltern und Jägern. Die Jäger mit ihrem Schulungsangebot schlagen hier eine wichtige Brücke in die Bevölkerung.“

Unter dem Titel „Ja, wo laufen sie denn?“, beschäftigte sich Diplom-Biologe Johannes Lang mit dem Einsatz von Stöberhunden auf Bewegungsjagden. Hintergrund: Seit einigen Jahren werden zunehmend GPS-Geräte zum Orten von Jagdhunden, aber auch zur Erforschung deren Verhaltens auf Bewegungsjagden eingesetzt.

Einen kurzen Überblick zur Domestikation des ältesten Haustieres gab Nadine Nolde vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln. „Die Haltung, die Ausbildung und der Einsatz von Jagdgebrauchshunden erfordere vom Jäger ein hohes Maß an Sachkunde und Verantwortungsbewusstsein“, machte Klaus Mann vom Veterinäramt, Bereich Tiergesundheit, aus Siegburg deutlich. „Nur der gesunde und verhaltensgerecht gehaltene Jagdhund verfügt über die von ihm erwartete Leistungsfähigkeit und Arbeitsfreude“, so Mann. Ohne gut ausgebildete, brauchbare Hunde sei eine tierschutzgerechte Jagd nicht möglich.