Bauarbeiten in der Ubierstraße: Der erste Tag im Nadelöhr

Bauarbeiten in der Ubierstraße : Der erste Tag im Nadelöhr

Vielen Autofahrern gilt sie als die Ausweichstrecke für den Fall, dass es auf der B 9 einmal eng wird. Für andere ist sie schlichtweg der direkte Weg nach Hause oder zur Arbeit. Seit Montag jedoch dürfte die Ubierstraße auf der Beliebtheitsskala der Bonner Verkehrsadern erheblich sinken. Das gilt zumindest für die Fahrtrichtung Bonn.

Grund ist eine Baustelle im Abschnitt zwischen Simrockallee und Plittersdorfer Straße, der gestern zur Einbahnstraße in Richtung Süden wurde. Und das für lange Zeit: Bis Oktober 2014 sollen die Bauarbeiten dauern. Erneuert werden - wie in der Samstagsausgabe berichtet - die Gas- und Wasserleitungen, zudem stehen Reparaturen am Kanalnetz an.

Mit Einrichtung der Baustelle hatte am Montag also auch die Umleitung ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen. Und die führt nahezu zwangsläufig durch zwei enge Straßen im Villenviertel.

Weil rheinseitig lediglich die Simrockallee und die noch schmalere Stirzenhofstraße als Alternativroute infrage kommen, hat die Stadtverwaltung die offizielle Umleitung über die Straße Am Arndtplatz und die Beethovenallee bis zur Plittersdorfer Straße geführt und ebenfalls als Einbahnstraße eingerichtet. Von der Plittersdorfer Straße aus kann der Verkehr dann wieder nach links auf die Mittelstraße in Richtung Rheinaue und Bonn abbiegen.

Montagnachmittag bildeten sich auf der Umleitungsstrecke die erwarteten Staus, wobei das ganz große Chaos ausblieb. Unmut erregte bei einigen Anwohnern derweil die Informationspolitik der Stadtverwaltung. So beklagten sich Anwohner der Beethovenallee gestern bitterlich darüber, dass sie als unmittelbar betroffene Anwohner über die umfangreichen Bauarbeiten von der Stadtverwaltung nicht umfassend informiert worden seien.

Zudem kritisieren sie die Umleitungsstrecke als unsachgemäß: So seien Beethovenallee und Arndtplatz nicht für die Verkehrsmenge ausgelegt, die allmorgendlich in der Rush-Hour dazu führe, dass die Ubierstraße hoffnungslos überfüllt sei. Straßenschäden an der erst 2006 mit Anwohnerbeiträgen erneuerten Fahrbahn seien programmiert.

Sie fordern den Stopp der aktuellen Maßnahme und empfehlen, die Achse Mittel-, Ubier- und Konstantinstraße ausschließlich für Anlieger frei zu geben und die Arbeiten auf der Ubierstraße mit einer Baustellenampel zu sichern.

Die Stadtverwaltung verwies am Montag darauf, dass für die aktuellen Bauarbeiten die Stadtwerke zuständig seien, die die Anwohner auch mit einem Brief informiert hätten. Sobald die Stadt mit den Kanalbauarbeiten am Zuge sei, werde sie ebenfalls die Anwohner informieren.

Eine Teilsperrung mittels Baustellenampel hält das Tiefbauamt für unpraktikabel. Dann nämlich könne die Ubierstraße noch weniger Verkehr aufnehmen, und der Schleichverkehr würde unkontrolliert durch die Wohngebiete strömen.

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