Stadtentwicklung: Der Abriss der alten Werksgebäude in Bad Godesberg beginnt

Stadtentwicklung : Der Abriss der alten Werksgebäude in Bad Godesberg beginnt

Die Hafa-Gruppe baut auf dem Ex-Haribo-Gelände Wohnungen, Labore und einen Werksverkauf. In vier Wochen soll das Areal bebaubar sein.

Wer noch einmal einen Blick auf die Restbestände der ehemaligen Haribo-Fabrikhallen an der Friesdorfer Straße werfen möchte, sollte dies zügig tun. Denn auf dem insgesamt rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Friesdorfer, Weißenburg- und Truchseßstraße rollen die Bagger. In den nächsten vier Wochen werden die Gebäude abgerissen, erklärt Achim Carl, der gemeinsam mit Andreas Thamm, Harald Gude und Frank Piotrowski die Hafa-Gruppe bildet. Die Bad Godesberger Unternehmensgruppe möchte auf dem Areal den „Wohn-/Gewerbepark Im Bendel“ errichten, der aus Wohnungen, Labors, Büros und einem neuen Haribo-Werksverkauf besteht (der GA berichtete).

Sind die Abrissarbeiten erledigt, werden die Steine, die nicht kontaminiert sind, geschreddert. Dafür wird laut Thamm auf dem Grundstück, angrenzend an die Traditionsfirma Stolle, eigens eine große Mühle aufgebaut. „Im Anschluss werden sie verbaut“, so Thamm. Ganz so einfach läuft es mit den mit Öl kontaminierten Steinen nicht. Diese waren im Fußboden und den Wänden der ehemaligen Werkstatt an der Truchseßstraße verbaut. „Allerdings gibt es davon nicht viele“, meint Thamm. Und: „Die Steine sind 24 Zentimeter dick, davon ist ungefähr jeweils ein Zentimeter betroffen.“ Theoretisch könnte man sie auch einfach abkratzen und weiter nutzen, „aber wir machen es anders“. Außerdem werden die dort in den Boden eingelassenen alten Tanks von Ölresten gesäubert und mit einem speziellen Sand verfüllt, „damit sie auch künftig die Tragkraft halten können“, erläutert Thamm.

Asbest wird fachmännisch entsorgt

Darüber hinaus gibt es aber in den nächsten Wochen noch mehr zu tun. Zum einen wird der Schrott getrennt. So stapeln sich schon jetzt Holz auf der einen und Metall auf der anderen Seite. Zum anderen wurde in Teilen der Fassade Asbest entdeckt, auch diese gilt es fachmännisch zu entsorgen.

Danach steht den weiteren Arbeiten nichts mehr im Weg. Die Baugenehmigungen für den Werksverkauf und die Sicat GmbH „werden jede Sekunde erwartet“, so Carl. Außerdem lägen sämtliche notwendigen Gutachten vor: ein Verkehrs-, ein Boden-, ein Einzelhandels-, ein Flora-Fauna- sowie ein Lärmschutzgutachten.

Als erstes starten die Arbeiten auf dem Teil des Areals, der zu Stolle hin liegt. Dort werden ein Büro- und ein Laborgebäude errichtet, in die die Sicat GmbH einziehen wird – mit rund 250 Mitarbeitern, für die 80 bis 90 Parkplätze zur Verfügung stehen werden.

Im zweiten Schritt wird der neue Haribo-Werksverkauf in Angriff genommen – allerdings erst ab November. Denn auf dem Mittelteil des Areals, auf dem demnächst auf rund 1000 Quadratmetern Gummibärchen verkauft werden, steht derzeit noch der provisorische Lidl, in dem die Kunden einkaufen, bis der Neubau des Discounters an der Elsässer Straße fertiggestellt ist.

Ist der Werksverkauf in sein neues Domizil gezogen und das alte Gebäude auf dem dritten Teilstück des Areals abgerissen worden, startet die letzte Maßnahme: die Wohnbebauung samt Hochgarage, in der 120 bis 130 Autos Platz finden sollen.

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