Spielstätte in Bad Godesberg: Debatte ums Kleine Theater in Bonn hält an

Spielstätte in Bad Godesberg : Debatte ums Kleine Theater in Bonn hält an

Nach dem Streit unter den Mitgliedern der bisherigen Käufergruppe für das Kleine Theater rund um den ehemaligen Bonner Generalintendanten Klaus Weise bringen Grüne und Linke Frank Oppermann ins Gespräch.

Für Irritationen hat im Rathaus die Nachricht gesorgt, dass die vierköpfige Käufergruppe für das Kleine Theater in Bad Godesberg um den ehemaligen Bonner Generalintendanten Klaus Weise sich entzweit hat und die vom Rat im Dezember abgesegnete Planung, das Gebäude von der Stadt für 410.000 Euro zu kaufen, nun obsolet ist. Grüne und Linke fordern jetzt, die Stadt solle auf den zweiten Interessenten zugehen – Theatermann Frank Oppermann.

Weise und der Bad Godesberger Immobilienberater Pitt Hoffmann hatten der Stadt am Montag bereits vorschlagen, aufgrund der neuen Entwicklung das Kleine Theater zunächst zu mieten, um das bereits auf dem Tisch liegende Theaterkonzept noch rechtzeitig zur Spielzeit 2019/20 umsetzen zu können. Die anderen beiden aus dem bisherigen Käuferteam, Eva Sewing und Stefan Heinze, erklärten, das Theater weiterhin kaufen zu wollen.

Weise trat am Dienstag dem Eindruck entgegen, er und Hoffmann seien aus dem Team ausgestiegen. „Das waren nicht wir, das waren Frau Sewing und Herr Heinze.“ Die beiden hätten plötzlich das Wirtschaftskonzept infrage gestellt, aus dem für ihn klar hervorgehe, dass er als künstlerischer Leiter auch ein Gehalt beziehen werde. Es gehe um 4000 Euro im Monat. „Das ist kein Hobby, sondern viel Arbeit für mich. Und meine Vorstellungen sind nicht übertrieben.“

Sewing stellte den Sachverhalt anders dar: „Wir haben uns als Start-up gesehen.“ Solange das Unternehmen rote Zahlen schreibe, wie aus dem Wirtschaftsplan hervorgehe, habe ein Gehalt für Weise nicht zur Diskussion gestanden, sagte sie. Weil er trotzdem darauf bestanden habe, hätten sie keine Möglichkeit als die Trennung gesehen.

Für Tim Achtermeyer (Grüne) und Jürgen Repschläger (Linke) steht fest: Die logische Schlussfolgerung sei nun, dass die Stadt auf den zweiten Interessenten, Theatermann Frank Oppermann, zugehen müsse. „Die Gruppe um Herrn Weise hat für uns durch ihr unprofessionelles Verhalten das Vertrauen verspielt“, sagte Repschläger. Oppermann äußerte sich auf GA-Nachfrage: „Ich habe der Stadt jedenfalls meine Gesprächsbereitschaft kundgetan, um am Erhalt des Theaters in welcher Form auch immer mitzuwirken.“ Das sei für ihn das Allerwichtigste.

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