Rückschau zum Neujahr 2018: Das wurde aus den Plänen der Bad Godesberger für 2017

Rückschau zum Neujahr 2018 : Das wurde aus den Plänen der Bad Godesberger für 2017

Die Elternzeit in Neuseeland verbringen, eine Versetzung nach Alaska, der Umzug ins Seniorenhaus und der Studienbeginn mit 44 Jahren: GA-Leser hatten sich für 2017 eine Menge vorgenommen.

Doch was ist nach dem Bericht „Auf zu neuen Ufern“ vom 31. Dezember 2016 aus ihnen tatsächlich geworden?

Weltreise und neue Nachwuchs

Mit einer kleinen Weltreise mit sechs Wochen Aufenthalt in Neuseeland scheint die Elternzeit von Kirsten und Jörg Becker nebst Tochter Livia ein voller Erfolg gewesen zu sein. „Wir hatten einfach eine super Zeit. Zwei Monate Zeit nur für uns, was uns als Familie noch mehr zusammengebracht hat“, sagt die 33-Jährige. Es hätte keine Komplikationen auf der Reise gegeben, niemand sei krank geworden, und sogar der Pürierstab wäre nicht von Nöten gewesen. „Das war unsere unnötigste Anschaffung. Wir hatten sowieso nur jeden fünften Tag Strom, da wir ansonsten im Freien gecampt haben. Livia hat sowieso nach ein paar Tagen alles gegessen, was wir auf dem Teller hatten, selbst Meeresfrüchte-Curry“, sagt Becker.

Nachdem die Familie beim Hinflug über Singapur nach Neuseeland geflogen war, wo sie mit einem kleinen Wohnmobil durch die Weiten der Insel fuhr, verbrachten die drei Weltenbummler noch eine Woche auf den Cook-Inseln und reisten über Los Angeles nach Hause. „Wir haben dabei alle Wetterlagen – außer vielleicht Schnee – erlebt und fanden die Idee klasse, dass unsere Tochter noch vor ihrem ersten Geburtstag einmal um die Welt reisen würde“, fügte Becker hinzu.

Wieder zu Hause angekommen, hatte sich das Ehepaar so sehr an die ständige Gegenwart ihrer Tochter gewöhnt, dass Vater Jörg sich zusätzliche Elternzeit nahm und Mutter Kirsten vorerst nur in Teilzeit wieder arbeitete. „Jörg wollte die Zeit mit Livia einfach nicht missen. Im Januar bekommen wir wieder Verstärkung hinzu und können die Elternzeit somit noch einmal verlängern“, berichtet Becker. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes soll im Sommer nächsten Jahres erneut eine zweimonatige Reise unternommen werden, dieses Mal jedoch nicht ganz so weit. Bisher ist Skandinavien als Reiseziel angepeilt.

Studium von zuhause

Manchmal kommt es aber auch ein wenig anders, als man es geplant hatte. Anne Grund wollte sich eigentlich an der Universität Köln einschreiben, hatte sich dann aber dagegen entschieden. „Ich wollte nicht auf Kosten der Familie studieren. Es war mir wichtig, Kinder, Studium und Arbeit gut miteinander zu vereinbaren, ohne dass ein Bereich darunter leiden würde“, sagt die nun 45-Jährige Mutter von drei Kindern. Deshalb habe sie sich für ein Fernstudium entschieden. Der Themenschwerpunkt ist aber bestehen geblieben und sie studiert nun schon im zweiten Semester Kindheitspädagogik.

Das Studentendasein von zu Hause aus sei ideal, und auch die Prüfungen könnten bei einer Zweigstelle der Fernuniversität in der Plittersdorfer Straße absolviert werden. „Im Studium befassen wir uns mit Kindern von null bis elf Jahren, und je mehr man erfährt, desto interessanter wird zum Beispiel auch die Vorschule. Ich bin auf jeden Fall nicht mehr so festgefahren“, sagt Grund. Im Beruf leitet sie weiterhin Eltern-Kind-Gruppen, auch wenn es nur noch zwei Tage pro Woche sind, anstatt drei. „Meine Woche ist ganz gut ausgefüllt, aber ich bereue die Entscheidung nicht. Es lohnt sich noch“, stellt sie abschließend fest.

Appartement statt Haus

„Beginnen wir wie letztes Jahr. Hier ist meine Küche, hier mein Esszimmer, da mein Flur und mein Bett, und jetzt sind wir im Wohnzimmer“, sagt Ingeborg Ruhnau im Scherz. In ihrem 35-Quadratmeter-Apartment hat sich im vergangenen Jahr recht wenig geändert. Erst recht, wenn man die Veränderung von vor mehr als einem Jahr bedenkt, als die nun 84-Jährige ihre 126,5 Quadratmeter große Eigentumswohnung für das Haus Emmaus in Plittersdorf eingetauscht hatte. „Man merkt, mit wie wenig man leben kann“, sagte Ruhnau.

Sie vermisse lediglich immer noch ihre Gesangsnoten von großen Werken mit selbst eingezeichneten Notizen. Nach ihrem Einzug in Plittersdorf hatte Ruhnau noch ungefähr für ein Vierteljahr viel gesungen, dann musste sie aufgrund von gesundheitlichen Problemen pausieren. „Meine Stimme will nicht mehr so wie früher. Das tut mir in der Seele weh, aber ich werde es bald wieder mit dem Chor bei Gottesdiensten versuchen. Dafür reicht es wohl noch“, meint die leidenschaftliche Altistin. Neben dem Chor der Christuskirchengemeinde hat Ruhnau auch ihre freiwilligen Gemeindedienste nicht aus den Augen verloren. Seit bereits mehr als 20 Jahren ist sie im Besuchsdienst tätig und hat mittlerweile alle Besuche im Haus Emmaus übernommen, um nicht mehr so weit fahren zu müssen. Mobil ist die ehemalige Angestellte des Bundeskriminalamtes jedoch immer noch und fährt mit dem Auto zum Einkaufen und in die Kirche. Mit ähnlich dynamischen Bewohnern trifft sie sich des Öfteren in einer von ihr mitgegründeten Gruppe zum Weintrinken und Plaudern, was häufig bis spät abends dauern kann. „Ich bin froh, hier einen kleinen Freundeskreis gewonnen zu haben neben meinen Freunden außerhalb des Hauses“, sagt Ruhnau.

Aus der zweiten Heimat ins ewige Eis

Mit einer Reise ins Ungewisse war Aimee Posanka mit ihrer Familie im Juli von Bad Godesberg nach Alaska gezogen. Durch eine Versetzung ihres Mannes Bill, einem Pilot, war sie 2012 mit ihren Söhnen Reece (8) und Rory (10) nach Deutschland gekommen. Nun ging es für die 43-Jährige Amerikanerin wieder zurück in die Heimat, allerdings in die für sie unbekannten Weiten von Alaska. „Wir haben uns sehr schnell zuhause gefühlt. Vor allem für die Kinder wurde der Übergang durch die zweisprachige Rilke-Schule leichter gemacht“, sagt Posanka. Dort unterrichten Lehrer aus Deutschland, und die beiden Jungen können somit weiterhin alle deutschen Feiertage und Bräuche beibehalten und auch traditionelle Lieder singen. „Es freut uns, dass wir Traditionen, die wir in Deutschland lieben gelernt haben, fortsetzen können und Reece und Rory weiterhin zweisprachig aufwachsen können“, so die ehemalige Bad Godesbergerin.

Aber auch die neue Umgebung habe viele zu bieten. Die Familie wohnt in der Nähe eines riesigen Naturschutzgebietes. Dort gehen sie oft wandern, fahren mit dem Rad, fahren Ski und beobachten die zahlreichen Wildtiere von Stachelschweinen bis hin zu Bären. Ab und zu seien auch bereits Elche zu Besuch auf dem Grundstück gewesen und hätten genüsslich Äpfel aus dem Garten gefressen. Die Möglichkeiten, sich im Freien zu erholen, seien für die Posankas fast endlos. „Unser Leben in Alaska ist ganz anders als in Deutschland, aber wir genießen alle neuen Erfahrungen. Wir vermissen unsere zweite Heimat und hoffen nächstes Jahr wieder nach Bad Godesberg zu Besuch zu kommen“ sagt Posanka.

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