Die Andere Perspektive: Das sind die Schaukel-Inspekteure aus Bonn

Die Andere Perspektive : Das sind die Schaukel-Inspekteure aus Bonn

Ein Team der Stadt kümmert sich um die Sicherheit auf fast 500 Bonner Spielplätzen. Alle drei Monate testen Monteure die Spielgeräte.

Wer hält eigentlich die Bonner Spielplätze in Schuss? Und sorgt für Sicherheit und Ordnung? Gibt es so etwas wie einen „Spielplatz-Aufräumer“? Bei Einrichtung und Pflege der städtischen Spielplätze arbeiten gleich mehrere Teams der Stadt Bonn zusammen. Zwei Mitarbeiter sind an diesem Morgen auf den Spielplatz in der Giselherstraße in Mehlem gekommen. Er ist ein gutes Beispiel für eine recht neue und beispielhafte Umgestaltung. Früher war er eine eher unsichere Ecke in dem Wohngebiet – galt sogar als Drogenumschlagplatz. Kein Ort also für Kinder, um dort zu spielen. Heute ist er offener, besser einzusehen, mit weniger Nischen und ein Mehrgenerationen-Platz geworden.

Spielplätze werden alle drei Monate getestet

Sabine Berger leitet das kleine, dreiköpfige Team im Stadthaus, das für Unterhalt und Pflege der bestehenden Plätze zuständig ist. „Aber unsere Arbeit könnten wir ohne das Außenteam, das uns auf dem Laufenden hält, gar nicht machen“, betont Berger.

Das Außenteam wird geleitet von Michael Schwäbig und besteht aus insgesamt 18 Personen, die sich in eine zehnköpfige Baukolonne, vier Monteure und vier Kontrolleure aufteilen. Sie sind für fast 500 Spielplätze in Bonn zuständig, davon 330 öffentliche, 100 in Schulen und 60 in Kindergärten. Um nicht den Überblick zu verlieren, gibt es ein striktes System für Wartungen und Aufträge: „Im Dreimonats-Rhythmus testen die Monteure die Geräte, ungefähr alle vierzehn Tagen gehen die Kontrolleure herum und untersuchen auf sichtbare Schäden“, sagt Schwäbig. „Wir sind also für den praktischen Teil von Abnahme bis Reparatur zuständig.“ Dazu gehört auch die gründliche Jahreskontrolle aller Spielplätze, die ihn und die Kollegen für zehn bis zwölf Wochen in Anspruch nimmt.

Schwäbig ist gelernter Garten- und Landschaftsbaumeister. „Ich habe hier mit Holz zu tun, mit Wege- und Zaunbau und mit Landschaftsgestaltung“, sagt er. Die Grünflächen werden jedoch nicht von seinem Team, sondern vom Grünflächenamt betreut. Im vergangenen Jahr kamen um die 660 Aufträge zusammen, teils auch dadurch, dass Bürger sich bei der Stadt meldeten.

Beschwerden über Drogen- und Alkoholkonsum auf den Spielplätzen haben zugenommen, was durch eine offenere Gestaltung wie im Falle des Platzes an der Giselherstraße oder auch über Spielplatzpatenschaften in den Griff bekommen wurde.

Was hat sich im Vergleich zu früher verändert? „Heute achtet man sehr auf eine naturnahe Gestaltung mit verschiedenen Geländeverläufen, runden Formen und naturbelassenen Hölzern“, sagt Schwäbig. „Das ist für uns natürlich auch noch mal eine andere Herausforderung bei der Wartung, da naturbelassene Materialien bei Ausbesserung oder Reparatur einzeln angepasst werden müssen.“

Auch bei den Spielplätzen ist Inklusion ein Thema. „Hier haben wir eigentlich ein ganz gutes Beispiel dafür, wie man einen Spielplatz offen für alle gestalten kann“, sagt Berger. „Unter den Schaukeln befindet sich kein Sand, sondern Kunstrasen, der es beispielsweise ermöglicht, mit einem Rollstuhl bis zur Vogelnest-Schaukel zu fahren“. Die Sitzgruppen drum herum sollen alle Generationen dazu einladen, sich dort aufzuhalten.

Und zum Schluss mal Hand auf's Herz: Wird bei den Kontrollen nicht auch mal selbst gerutscht und geschaukelt? Schwäbig antwortet mit einem verschmitzten Grinsen: „Wir haben für die Abnahme und die Kontrolle immer einen Koffer mit Prüfgeräten dabei“, sagt sie. „Natürlich müssen wir uns jedes Spielgerät ganz genau und auf jeder Ebene anschauen. Ich habe in meinem Team gute Leute, die viel Spaß an der Arbeit haben.“ Na dann: Ab auf die Schaukel!

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