Ein Blick nach vorne und zurück: Das sind die Gäste der Podiumsdiskussion in Godesberg

Ein Blick nach vorne und zurück : Das sind die Gäste der Podiumsdiskussion in Godesberg

Im Schauspielhaus in Bad Godesberg findet am 3. Oktober eine GA-Podiumsdiskussion statt. Die Teilnehmer können sich dort über die Veränderungen in der Stadt unterhalten. Eine Übersicht der Gäste.

Den reinen Zahlen nach hat sich in Bad Godesberg seit der Kommunalreform 1969 nur wenig verändert: Statt 69.431 leben nun 75.038 Menschen hier. Was sich in 50 Jahren tatsächlich alles getan hat und künftig tun wird, darüber können sich Bürger und Gäste am 3. Oktober bei einer GA-Podiumsdiskussion im Schauspielhaus austauschen. Auf der Bühne nehmen Platz:

Christoph Jansen

Wenn es so etwas wie ein politisches Oberhaupt Bad Godesbergs gibt, dann ist das wohl Christoph Jansen. Als Bezirksbürgermeister ist der 35-Jährige seit Mai der erste Mann im Bezirk – in dem er seit 15 Jahren lebt und sich heimisch fühlt. Aus gutem Grund: „Bad Godesberg ist ein traditionsreicher Stadtbezirk mit einer stolzen Geschichte“, sagt der gebürtige Jülicher, der seit Juni die Kommunal-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung leitet. Als Bezirksbürgermeister will er diese Tradition pflegen. Und gleichzeitig eine Brücke in die Zukunft bauen. Dass Bad Godesberg ein riesiges Potential hat, da ist sich Jansen sicher. Grund genug, „anzupacken und Zukunftsprojekte gemeinsam zu realisieren“. Als da wären die Sanierung der Stadthalle, die Ansiedlung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Und der Bau eines neuen Schwimmbads.

Jens Groß

An großen und kleinen Theatern in 13 Städten hat Jens Groß gearbeitet. „Doch in die Stadt Bonn habe ich mich verliebt“, sagt der 60-Jährige. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen also, um motiviert als Schauspieldirektor in Bad Godesberg ans Werk zu gehen. „Wir machen Theater für den Ort, wollen uns öffnen, gerade in Zeiten, in denen öffentliche Räume immer mehr verschwinden“, betont der gebürtige Münchner. Im ersten Jahr unter seiner Führung hat er das Einnahmesoll zu 115 Prozent erfüllt, die Auslastungszahlen sind gestiegen „mit Luft nach oben“. Ebenso wichtig für ihn: „Die Gespräche über die Standortfrage sind im Moment verstummt.“ Denn in Godesberg stehe nicht nur der erste deutsche Theaterneubau der Nachkriegszeit: Es handle sich auch um einen „idealen Raum“ in einem pulsierenden Stadtbezirk.

Annette Schwolen-Flümann

Nach ihrem Abschied aus der Kommunalpolitik musste sich die Bezirksbürgermeisterin 2014 neu sortieren. Herausgekommen sind fünf Ehrenämter für Annette Schwolen-Flümann. Die 62-Jährige ist Vize-Vorsitzende der Bürger für Beethoven, sitzt im Kuratorium der Stiftung Gemeindepsychiatrie Bonn-Rhein-Sieg, im Aufsichtsrat des Vereins Heimstatt, der Jugendsozialarbeit fördert und setzt sich bei Zonta Bonn für benachteiligte Frauen ein. Last but not least kümmert sie sich bei der Bürgerstiftung Rheinviertel um die Benefizveranstaltungen. „Das Einbringen der katholischen wie auch der evangelischen Kirche in die Godesberger Gesellschaft begrüße ich sehr“, sagt die Muffendorferin. Die Themen Soziales und Jugend hatte sie auch in Ausschüssen besetzt: „In der Politik ist man sehr auf Kompromisse angewiesen, jetzt kann ich auch mal einfach 'machen'.“

Brigitte Grüll

Zwölf Jahre war Brigitte Grüll sozusagen Mrs. Stadtmarketing von Bad Godesberg. Auch fünf Jahre nach ihrem Vereinsabschied ist sie dem hiesigen Einzelhandel sehr zugetan. „Das liegt mir einfach in den Genen, bei meinem Onkel habe ich als Kind immer spielerisch im Laden mitgeholfen“, erzählt die nunmehr 65-Jährige. Gerade hat sie ein Unternehmer gebeten, ihm bei der Suche nach einer größeren Ladenfläche in der Godesberger City zu helfen: „Problem 1 ist jedoch, dass es diese nicht gibt, Problem 2 die generelle Vorstellung von Eigentümern, was die Miete angeht.“ Auch wenn vielen Bürgern in der Innenstadt Elektronik und Spielwaren fehlen, sieht Grüll diese aktuell gut aufgestellt. „Das liegt auch an den Neueröffnungen in der Gastronomie, das prägt manchmal mehr als die Läden“, meint die gelernte Bankkauffrau.

Peter Bläser

Er kennt Bad Godesberg quasi von der Pike auf. Denn als Peter Bläser seine politische Karriere 1961 startete, entschied der Rat noch selbst über die Geschicke der Stadt. Und fällte teils unpopuläre Entscheidungen wie die Sanierung der Altstadt. Voll befriedigend sei das Ergebnis nicht, räumt der 85-Jährige ein. Aber: „Damals stand die Wohnraumbeschaffung im Mittelpunkt.“ Das sei im Altbestand nicht zu realisieren gewesen. Der Kommunalpolitik blieb er nach 1969 treu, unter anderem von 1971 bis 1979 als Bezirksvorsteher. Noch heute lebt Bläser in Bad Godesberg, seinem Hauptwirkungsort. Dort war er 1964 Karnevalsprinz, installierte die „Närrische Trinkkur“ und organisierte viel beachtete Empfänge im Trinkpavillon. Immer mit der Idee, den Bezirk nach vorne zu bringen und zu präsentieren – mit all seinen Besonderheiten.

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