Diskussion um Sicherheit: Das hat sich nach dem Fall Niklas in Bad Godesberg verändert

Diskussion um Sicherheit : Das hat sich nach dem Fall Niklas in Bad Godesberg verändert

Nach dem Tod von Niklas Pöhler vor rund einem Jahr sollte in Bad Godesberg ein Gewaltpräventionskonzept auf den Weg gebracht werden. Was ist seitdem passiert? Eine Bestandsaufnahme.

Vor gut einem Jahr wurde der 17-jährige Niklas Pöhler an der Rheinallee so brutal zusammengeschlagen, dass er wenige Tage später starb. Um künftig vorzubeugen, wurde ein Runder Tisch gegen Gewalt eingerichtet, ein gesamtstädtisches Gewaltpräventionskonzept sollte auf den Weg gebracht werden. Auch sichtbar wurde die Stadt tätig – unter anderem wurden die Büsche am Tatort, dem Rondell an der Rheinallee, zurückgeschnitten. Doch von den versprochenen Maßnahmen – wie zum Beispiel die Umgestaltung der Rheinallee oder mehr Beleuchtung in der Stadt – seien zu wenige umgesetzt worden, kritisieren einige Bad Godesberger. Auch von dem Gewaltpräventionskonzept sei nach der groß angelegten Auftaktveranstaltung Ende September 2016 nichts mehr zu hören.

Dem widerspricht der Oberbürgermeister. „Den Eindruck, es sei wenig umgesetzt worden, kann ich nicht nachvollziehen“, so Ashok Sridharan. „Wir tun unser Möglichstes und haben bereits einiges erreicht.“ Die Teilnehmer des Runden Tisches seien mit der Arbeit und den bisherigen Ergebnissen zufrieden. „Neben dem 2016 erfolgten Grünschnitt und den seit dem vergangenen Jahr verstärkten Kontrollen von Polizei und Stadtordnungsdienst sind weitere Maßnahmen in Vorbereitung.“ Dies aber brauche Zeit. Die Projekte müssten geplant und finanziert werden. „Das lässt sich leider nicht kurzfristig umsetzen. Auch bei der Entwicklung des Gewaltpräventionskonzepts haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass dies ein mehrjähriger Prozess ist.“

Verbesserung erfolgt

Nach den ersten Sofortmaßnahmen (wie dem Grünschnitt auf städtischen Grünflächen, dem Sparkassengelände und später auf der Parkplatzanlage der DB) ist laut Sridharan eine Verbesserung erfolgt. „Auf der Innenstadtseite der DB-Unterführung unter dem Kinopolis ist eine zusätzliche Laterne installiert worden, so dass auch von dieser Seite mehr Licht in den Unterführungsbereich fällt.“ Aktuell werde geprüft, ob man die Beleuchtung weiter verbessern könnte, wenn die Laterne, die auf der anderen Seite der Unterführung steht, ausgetauscht wird – gegen „eine mit niedrigerer Lichtpunkthöhe“. Auf dem Hubertinumshof, dem Platz zwischen Koblenzer und Moltkestraße, „wird in den nächsten Tagen am Rondell eine zusätzliche Laterne aufgestellt“, kündigt Sridharan an. Auch am Ria-Maternus-Platz soll sich etwas tun.

Wie berichtet, wird dieser umgestaltet, sobald der Bahnhof komplett saniert ist. Dann soll es auch für dieses Areal ein neues Beleuchtungskonzept geben. Das gelte auch für das Areal an der Rheinallee/Rüngsdorfer Straße, so der OB. Die Planungen zur Umgestaltung liefen, neue Beleuchtung inklusive. Involviert sei auch die Sparkasse als Eigentümer einiger Teilflächen, außerdem flössen Empfehlungen aus der „Untersuchung zu Kriminalprävention“ in die Überlegungen ein. Dabei gehe es unter anderem darum, „die Einsehbarkeit und die Beleuchtung einzelner Bereiche weiter zu verbessern“. Und das nicht nur an der Rheinallee und der Rüngsdorfer Straße im Allgemeinen, sondern auch am Rondell im Speziellen. Das Geld für den Umbau ist laut Sridharan übrigens vorhanden und steht für 2018 zur Verfügung.

Rondell spielt politisch eine Rolle

Das Rondell an der Rheinallee spielt in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch auch politisch erneut eine Rolle. Die CDU wünscht sich, dass das Andenken an Niklas Pöhler dauerhaft und sichtbar möglich sein wird – etwa durch eine entsprechende Gestaltung des Areals. Auch die Verbesserung der Beleuchtung wird dann auf Betreiben der Sozialliberalen Thema sein. Wie man diese im Kurpark verbessern könne, lautet eine Frage. 2015 seien die Laternen dort komplett erneuert, 44 gegen LED-Leuchten ausgetauscht worden, so die Verwaltung.

Vorschläge, wie man Bad Godesberg darüber hinaus besser beleuchten könnte, hatte die Verwaltung bereits im April dargelegt – als Antwort auf eine Große Anfrage der FDP. Im Panoramapark brauche man zwölf neue Laternen (Kosten: 60.000 Euro), am Parkplatz gegenüber dem Rüngsi sechs (Kosten: 33.000 Euro), im Redoutenpark würden zehn Laternen für insgesamt 55.000 Euro helfen, so die Verwaltung. Ob es soweit kommt, liegt in den Händen der Politik – diese muss über entsprechende Maßnahmen entscheiden.