Gärten in Bonn und der Region: Das bietet die Offene Gartenpforte

Gärten in Bonn und der Region : Das bietet die Offene Gartenpforte

Die Aktion Offene Gartenpforte beginnt Mitte Mai. Besucher können an mehreren Wochenenden bis September 156 Anlagen in Bonn und der Region bewundern.

Wenn man so will, ist das Thema Wasser ein sich durchziehendes Element im Garten von Mathias van Ooyen. Nicht nur, dass es bei der Umgestaltung des Grundstücks am Noßbacher Weg 2a im Winter 2017 viel regnete, er auf diverse Wasseradern traf und als absoluten Eyecatcher einen Bachlauf installierte. Beim Pressegespräch der Stadt Bonn zur Aktion „Offene Gartenpforte 2019“ in van Ooyens 1200 Quadratmeter großem Paradies zeigte sich das Wetter ebenfalls von seiner nassen Seite.

„Ich freue mich, dass jedes Jahr so viele Gartenbesitzer in der Region dazu bereit sind, ihre Pforte für Besucher zu öffnen“, sagte Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün. 27 Bürger aus Bonn, 43 aus dem Rhein-Sieg-Kreis, vier aus dem Kreis Ahrweiler sowie weitere 82 aus dem restlichen südlichen Rheinland haben sich für die 13. Auflage bei Petra Luhmer und ihrer Kollegin Britta Cramer gemeldet. „Wir haben einen großen Zulauf. Manche setzen auch für ein, zwei Jahre aus, um den Garten neu zu gestalten“, erzählte Luhmer. Einzige Bedingung: Die Teilnehmer sollen ihr Refugium an mindestens zwei Tagen innerhalb der acht Wochen für je vier Stunden öffnen.

Gärtner aus Leidenschaft

Das Kriterium erfüllt van Ooyen, der sein grünes Idyll am Sonntag, 19. Mai, und am Sonntag, 21. Juli, jeweils von 12 bis 17 Uhr zur Schau stellt. „Ich bin Gärtner aus Leidenschaft und möchte andere Leute daran teilhaben lassen“, sagt er, der als Gartenbaumeister anderen gegenüber natürlich einen kleinen Vorteil in Sachen Know-how hat. Trotzdem war die Umgestaltung des Hanggrundstücks in drei Ebenen für alle Beteiligten „eine Sauarbeit“, wie es Lebensgefährtin Sylvia Nürenberg offen umschreibt.

200 Kubikmeter Erde trug van Ooyen ab, um die sogenannte Nutzebene in Hausnähe großzügiger anzulegen als vorher. „Wegen der Wasseradern, die den Berg runter zum Wittgesbach fließen, mussten wir viele Drainagen legen und alles mit Natursteinmauern abstützen“, erzählte Vater Gerhard van Ooyen, der ebenfalls mit im Haus wohnt. Im Sommer 2018 kamen die Pflanzen dran. „Ich habe auf eine Mischung aus immergrünen Sträuchern, Bäumen sowie verschiedenen Gräsern, Farnen und Bodendeckern gesetzt“, so van Ooyen Junior.

Mindestens einmal die Woche mähen

Das satte, grüne Gras fällt als erstes ins Auge. „Ich mähe mindestens einmal die Woche und dünge bis zu sechs Mal jährlich“, meint der Experte dazu. Seine Lieblinge sind die Fächerahorne, zu sehen in den Varianten grün und rot sowie in japanischer Ausführung. „Die mögen's sonnig und sind ein netter Begleiter zu Teichen“, empfiehlt er. Der Amberbaum, der fast noch unscheinbar am Rande steht, wird eines Tages 40 Meter erreichen. Sein Markenzeichen: die korkige Rinde und die sternförmigen Laubblätter.

Neben den Leitgehölzen, wie sie die Experten nennen, finden sich noch Felsenbirne, portugiesischer Kirschlorbeer, Johannisbeerstrauch, immergrüne Magnolie, Storchenschnabel und vieles mehr. Allein der Blick nach rechts irritiert: eine ungemähte Wiese. „Die haben wir noch zusätzlich von der Stadt gepachtet, um Bienen und Insekten mehr Raum zu geben“, betont van Ooyen. 2000 Arbeitsstunden hat er investiert und gibt den Wert von allem mit rund 130.000 Euro an – abendliche Beleuchtung inklusive.

Professionelle Teilnehmer bei der Aktion sind für Amtsleiter Fuchs übrigens kein Problem: „Entscheidend ist, dass der Garten im Mittelpunkt steht.“ Bonns oberster Mann fürs Grüne hat in seinem vom Architekten angelegten Garten abgespeckt und sich vom Gemüse getrennt. „Jetzt gibt es viel Rasen und Staudenbeete.“