Einkaufen in Bonn: Das ändert sich 2018 beim Shopping in Bad Godesberg

Einkaufen in Bonn : Das ändert sich 2018 beim Shopping in Bad Godesberg

Zum Jahreswechsel tut sich einiges in der Bad Godesberger Geschäftswelt. In das ehemalige Ladenlokal der Firma Strauss Innovation zieht demnächst die Drogeriemarktkette dm ein.

Schon länger halten sich Gerüchte, dass in den leer stehenden Räumen von Strauss Innovation wieder jemand einziehen wird. Jetzt steht fest, dass es sich um die Drogeriemarktkette dm handelt, die bisher gegenüber angesiedelt ist.

„2018 wird der dm-Markt innerhalb der Koblenzer Straße in die Hausnummer 63 umziehen. Da das dort vorhandene Ladenlokal mehr als doppelt so groß ist wie der bestehende Markt, können wir unseren Kunden so ein noch größeres Sortiment anbieten“, teilt dm-Gebietsverantwortliche Martina Bender auf Anfrage mit.

„Sobald uns alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, werden wir mit den Umbauarbeiten beginnen, um im Laufe des Sommers am neuen Standort zu eröffnen.“ Das Langenfelder Unternehmen Strauss Innovation ging bis zum endgültigen Aus von 2014 bis 2016 durch mehrere Insolvenzen. Das Haus in Godesberg sei im Besitz der Familie, bestätigt die Firma Haribo, wollte sich zu neuen Mietern aber nicht äußern, so eine Unternehmenssprecherin.

Ganz plötzlich hat vor einigen Wochen die Hansa Apotheke an der Alten Bahnhofstraße zugemacht. Mitarbeiter in den anderen Apotheken wissen allerdings nicht, warum. Auch Nachbarn nicht. Es heißt, das Haus solle verkauft werden. Konkreter ist es ein paar Meter weiter, wo Boecker bis im Sommer 2016 verkaufte und dann wegen der Insolvenz des Mutterkonzerns Steilmann schließen musste. Der Name blieb danach außen an der Fassade, ein anderes Unternehmen verkaufte allerdings seine Mode. „Insolvenzware“, wie es Verkäuferin Alona Abounabout sagt. Ihr damaliger Arbeitgeber habe eigentlich im Oktober wieder schließen wollen, dann aber noch bis zum 25. November verkauft.

Bergfeld’s Biomarkt will sich vergrößern

Der neue Arbeitgeber der jungen Frau stand schon in den Startlöchern: Am 1. Dezember hat nun der Fashion Store Queen Coco auf zwei Etagen eröffnet. Dessen Inhaber betreibe in Deutschland mehrere Geschäfte mit unterschiedlichen Namen, sagt Filialleiterin Farida Yahia. „Wir möchten gern auf Dauer hier bleiben.“ Angeboten werden Young Fashion, Damenmode, Schuhe, Accessoires und Schmuck. Schon ein Dreivierteljahr lang steht MS Mode gegenüber leer, das es seit Jahrzehnten dort gab.

Wolfgang Biller, Inhaber von Conti-Immobilien, sagt, dass er das Haus vor vier Wochen an einen deutschen Investor verkauft habe. „Die Verhandlungen haben ein bisschen länger gedauert.“ Nun will sich Bergfeld’s Biomarkt nebenan mit dem Ladenlokal vergrößern. Die 210 Quadratmeter bisher werden sich verdoppeln. „Ich wollte das schon seit drei, vier Jahren“, sagt Inhaber Axel Bergfeld. „Wir müssen da viel investieren.“ Gerade werde am Konzept gearbeitet: an einer Art Biomarkthalle mit Magazin für Produkte des Alltagsbedarfs. Eröffnung könne im Mai sein.

In Bad Godesberg gehe es um Attraktivität und Frequenz, sagt Bergfeld. Er sieht, dass immer wieder Lücken entstehen und dabei der Fachhandel verschwindet. So hatte, wie berichtet, jüngst ein Fotogeschäft geschlossen, in dessen Bresche ein Handyladen sprang.

Janny's Eis soll wiedereröffnet werden

Laut Biller ist auch das Haus mit Hörgeräte Geers verkauft, das Geschäft werde aber bestehen bleiben. Geschlossen hat auch das Baklava-Café neben dem Al-Safa-Restaurant im unteren Teil an der Moltkestraße. Es war gerade einmal circa ein Jahr lang da.

Um die Ecke, Koblenzer Straße 64, hatte bereits im Spätsommer Janny's Eis zugemacht, obwohl die warme Saison noch gar nicht beendet war. Die Filiale soll auch wieder eröffnen. Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Zentrale in Maschen bei Hamburg hatte sich der Franchisepartner zurückgezogen, es werde derzeit ein Neuer gesucht. „Ich weiß nicht, wie weit die Gespräche mittlerweile gelaufen sind“, sagt sie.

„Wir wollen die Geschäfte motivieren, aktiver zu werden“, sagt Jürgen Bruder, Vorsitzender des Vereins Bad Godesberg Stadtmarketing. Er ermutigt die Händler, Onlineshops einzurichten oder sich am DHL-Bestellservice zu beteiligen, den es auch in Bad Godesberg – so wie in Bonn – gebe. „Er ist hier nur noch nicht umgesetzt.“

Unterm Strich versuchten die Geschäfte, langfristig in Godesberg zu bleiben, was man bei den Ein-Euro-Shops allerdings nicht so voraussagen könne. Bruder denkt, dass einige Spekulationen auch beendet sind, wenn der Umbau des Michaelshofes vorüber ist. Dort sei der größte Teil schon vermietet.

Mehr von GA BONN