Zweite Stadtbezirkskonferenz der SPD: Bürger und Politiker erarbeiten Perspektiven für Bezirk

Zweite Stadtbezirkskonferenz der SPD : Bürger und Politiker erarbeiten Perspektiven für Bezirk

Bei der zweiten Stadtbezirkskonferenz der SPD zeigte sich, dass den Bad Godesbergern die Zukunft ihres Stadtbezirks am Herzen liegt. Rund 120 Männer und Frauen kamen in die Stadthalle, um an neun Thementischen zu diskutieren.

Bildung, Verkehr, Wohnungsbau, Kultur und soziales Zusammenleben sind einige Themen, die den Bad Godesberger unter den Nägeln brennen. Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten im Öffentlichen Nahverkehr? Wie kommen wir an erschwingliche Wohnungen? Und was wird aus den Bädern im Stadtbezirk? Auf diese und andere Fragen, die die Zukunft betreffen, sollten bei der zweiten Stadtbezirkskonferenz der SPD unter dem Titel „Bad Godesberger Perspektiven“ Antworten gefunden werden. 120 Männer und Frauen waren der Einladung der beiden Bad Godesberer Ortsvereine der Sozialdemokraten gefolgt und am Samstagnachmittag in die Stadthalle gekommen. Dort wurde an neun Thementischen angeregt diskutiert und Ideen wurden aufgeschrieben.

Wie berichtet, fiel 2016 mit einer Mitgliederbefragung und der ersten Bad-Godesberg-Konferenz der Startschuss für das langfristig angelegte Projekt. In den vergangenen drei Jahren wurden weitere Veranstaltungen durchgeführt, es wurde diskutiert und geschlussfolgert. Nun lagen die Arbeitsergebnisse vor und konnten diskutiert werden. „Wir waren der Meinung, dass in unserem Stadtbezirk wenig läuft, dass die Chancen nicht ergriffen werden und viele Möglichkeiten vertan werden“, erläuterte Gabriel Kunze, Vorsitzender der Bonner SPD. So würde Bad Godesberg auf städtischer Ebene kaum vorkommen.

Die Ergebnisse der Konferenz blieben aber nicht auf den Stadtbezirk beschränkt, sagte Kunze. So würden auch Themen diskutiert, die die gesamte Stadt beträfen. Daher, so Kunze, sollen einige Anregungen und Ideen der Bürger ins Kommunalwahlprogramm aufgenommen werden. An den Thementischen dabei war auch Lissi von Bülow. Sie stehe für Dezentralität, betonte die OB-Kandidatin der SPD. „Bonn braucht lebendige und starke Stadtbezirke und die müssen weiterhin ausgebaut werden“, sagte von Bülow.

Städtische Bauten statt privater Investitionen

Emotional wurde es am Thementisch „Stadtplanung Wohnung“. Die Stadt, so befanden die Teilnehmer unisono, sollte mehr Grundstücke kaufen, planen und selbst bebauen. „Mit privaten Unternehmen im Wohnungsbau haben junge Familien nur eine geringe Chance auf bezahlbare Wohnungen“, sagte Moderatorin und Bezirksverordnete Angelika Stabenow. Eine weitere Idee: Würden Supermärkte geplant, sollten die Investoren daran gebunden werden, Wohnungen in ihr Baukonzept aufzunehmen. Darüber hinaus war auch der Begriff „Enteignung“ zu hören. Das sei keine Lösung, befand Stabenow. Aber: „In Mehlem und Rüngsdorf stehen viele Gebäude leer, die könnten als Wohnraum genutzt werden.“

Einen Tisch weiter wurde über das Thema Verkehr diskutiert. Ein wichtiger Punkt: ÖPNV-Tickets müssten billiger werden, so die Meinung. Aber auch die Fußgänger müssten besser geschützt werden, hieß es. So zum Beispiel durch bessere Beleuchtung der Fußwege, deren Zustand generell verbessert werden müsste. Mehr Stellplätze für Räder und mehr Tempo-30-Zonen waren weitere Forderungen. Beim Kurfürstenbad war man sich am Thementisch „Sport und Freizeit“ einig: Das Gebäude habe viel Potential, das mehr ausgeschöpft werden könnte. Ein weitere Punkt: Es solle mehr „Generationenspielplätze“ geben, so die Forderung.