Krankenhäuser in Bad Godesberg: Bonner Ärzte therapieren mit Musik

Krankenhäuser in Bad Godesberg : Bonner Ärzte therapieren mit Musik

Mediziner des Johanniter Krankenhauses und des Waldkrankenhauses in Bad Godesberg haben sich an der deutschlandweiten Initiative „Beethoven bei uns“ beteiligt. Am Wochenende gaben zwei Konzerte in den Bonner Krankenhäusern.

Konzert statt Visite hieß es am Wochenende für einige Ärzte des Bonner Johanniter-Krankenhauses und des Waldkrankenhauses in Bad Godesberg. Die deutschlandweite Hauskonzert-Initiative, die zum Auftakt des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020 am Wochenende zu vielfältigen Konzertaktivitäten einlud, sorgte auch für Konzerttermine an ungewöhnlichen Orten. Die Musiker, die ihr Publikum mit Konzerten begeisterten, kamen aus allen Lebensbereichen. Zwei dieser Hauskonzerte organisierten und spielten Bonner Ärzte.

Andreas Jacobs ist seit acht Jahren im Bonner Johanniter-Krankenhaus Chefarzt der Geriatrie und Neurologie, seit 47 Jahren spielt er Violine. „Für mich gehört die musikalische Betätigung mit zur Entspannung“, sagte er vor einem der beiden angesetzten Konzerttermine. Jacobs engagiert sich seit Jahren in Salonorchestern und spielte früher auch im Collegium musicum Bonn mit – dem ältesten Musikensemble der Universität Bonn. Das Motto „Best of van B. & Co.“ bewegte ihn dazu, seine musikalisch ebenfalls aktiven Kolleginnen und Kollegen für das Kammerkonzert in den beiden Johanniter-Häusern zu ermuntern.

Die Zahl der Krankenhaus-Mitarbeiter, die ein Instrument spielen, sei recht groß, hieß es im Krankenhaus. Gut möglich also, dass die Konzerte im nächsten Jahr mit mehr Instrumentalisten wiederholt werden, war zu vernehmen. Im Johanniter-Krankenhaus waren es um die 50 Zuhörer und im Waldkrankenhaus kamen 40 Patienten und Besucher, um sich den 1. Satz von Beethovens 5. Sinfonie, Johann-Sebastian Bachs Menuett aus der 2. französischen Suite, Werke von Carl Philipp Emmanuel Bach, Joseph Haydn und Emil Palm sowie E. A. Ludwig anzuhören.

Patienten von Konzerten der Ärzte aus Bonn begeistert

Zum Schunkeln und Mitsingen gab es den „Karneval am Rhein“, einen flotten Walzer, zu hören. Dabei waren alle beteiligten Instrumentalisten richtig in ihrem Element: wie beispielsweise Violinistin Lisa Schmidt, die seit zwei Jahren als Assistenzärztin in der Inneren Medizin des Waldkrankenhauses tätig ist. Sie spielt seit dem 5. Lebensjahr Violine. „Unterrichtet wurde ich in der Musikschule und heute beteilige ich mich in meiner Freizeit mit meinem Instrument an Musikprojekten in der Freien Evangelischen Gemeinde an der Hatschiergasse.“

Ihr Kollege Ulrich Kolck, Kardiologe am Waldkrankenhaus, arbeitet seit 14 Jahren dort und spielt seit zwölf Jahren im Collegium musicum der Universität Bonn mit. „Seit meinem 13. Lebensjahr spiele ich Kontrabass und habe in der Musikschule Meppen, einer der bundesweit größten Musikschulen, Unterricht bekommen“, sagte Kolck. Genau wie die anderen Beteiligten ist er großer Fan der Musik von Ludwig van Beethoven. Im Orchester der Kreuzkirche pflegt Claus Löchterbach sein Hobby: Violoncello zu spielen. Kollegen im Waldkrankenhaus, wo er seit sechs Jahren als Orthopäde und Unfallchirurg arbeitet, fragten ihn, ob er gemeinsam mit ihnen auftreten wolle.

Pianist Andreas Wiedemann begleitete die Instrumentalisten der Krankenhäuser beim Kammerkonzert. Er engagiert sich im Bonner Universitätsorchester und war von Ulrich Klock auf das Hauskonzert angesprochen worden. Wiedemann ist Musiklehrer in Rheinbach und Leiter der Palotti-Big-Band.

Nach dem Erfolg der beiden Hauskonzerte des Salonorchesters „musici medici der Johanniter-Kliniken Bonn“ sollte es unbedingt weitere Auftritte geben, meinte einer der Patienten. Genau wie die anderen Zuhörer genoss er, wie Musik zur Therapie beitragen kann.