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Sommermarkt des Kunstvereins: Blumenfrauen, Tonkatzen und Marslandschaften

Sommermarkt des Kunstvereins : Blumenfrauen, Tonkatzen und Marslandschaften

32 Kunstschaffende hatten am Sonntag rund um das Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg in der Burgstraße 85 ihre Werke aufgebaut. Auf dem Sommerkunstmarkt des Vereins legten sich Mitglieder und Gastkünstler mächtig ins Zeug, um potenziellen Kunden alles von der Malerei über Collagen bis hin zu Skulpturen anbieten zu können.

Den Kopf ziert ein Hut aus zartrosa Blütenblättern mit einer Krempe aus Lauch, die Gesichtszüge sind mit Balsamico-Essig angedeutet, die Lippen bestehen aus Tomatensoße und als Ohrschmuck dient ein Paar halber Erdbeeren. Nicht um Kochen, sondern um Kunst geht es hier, genauer gesagt um „Flower“ beziehungsweise „Food Art“, also Kunst aus Blumen und Essen. Die elegante Dame ist zwar nicht persönlich anwesend, dafür aber ein 40 x 40 Zentimeter großes Foto von ihr. Zusammen mit Porträts weiterer Damen mit üppigen Blumenhüten und essbaren Gesichtern wartet sie am Stand von Künstlerin Ling Ling Federhen auf einen neuen Besitzer.

Die ursprünglich aus Malaysia stammende Bonnerin war eine von Schräg gegenüber von Federhen fauchten den Besucher Gitta Büschs klassische Katzentonköpfe an. Etwas Neues hat die Bad Godesberger Künstlerin sich auch einfallen lassen. Ein Bild – acht Sichtweisen: Kleine Tabletts mit Glasboden stattete sie mit wendbaren Bildern aus. Abwechslung war dabei das Stichwort: Durch Auf- und Umfalten entstanden aus einem Bild acht verschiedene Motive.

An der Seite zum Innenhof hatte Rainer Martens aus Tondorf in der Eifel seinen Stand. Neben abstrakten Gemälden, zum Beispiel von Pferden mit Tentakeln statt Beinen, stachen vor allem seine von Material und Strukturen geprägten Gemälde hervor. Marmormehl sorgte dafür, dass die Bilder aufrissen wie ausgetrocknete Erde. Mit Tuschen und Farbpigmenten, teilweise mit Rostpartikeln, bearbeitete er die Risse nach, um den Bildern eine organische Oberfläche zu geben.

Ein wenig außerirdisch ging es gegenüber bei Anima Kremer zu. „Früher wollte ich wissen: Wie klein kann ein Bild sein?“, erklärte die Kölner Künstlerin ihre teilweise kronkorkengroßen Aquarelle. Als Inspiration für Motive und Titel dienten Karten vom Mars, dessen Landschaften schwungvolle Namen wie Capri Mensa und Arabia Terra tragen. Glaskästen mit auffällig gestalteten Hintergründen verliehen den Aquarellen trotz ihrer geringen Größe eine markante Note.

Vielseitig zeigte sich Enis Kurtulus. Beim Inhaber des benachbarten Ateliers „Kunstraum 85“ glich kein Bild dem anderen. Ein Gemälde zierten fein ausgearbeitete, seepferdchenartige Fantasiekreaturen, andere Bilder entstanden durch Auswasch- oder Folientechnik, wieder andere erhielten durch Jutestoff und Strukturpaste ungeahnte Räumlichkeit.

Bis zum 21. Juni zeigt der Godesberger Kunstverein die Ausstellung „Kontraste! Form und Farbe in Spannung“ mit Tuschemalerei von Marcus Kneip sowie Acryl- und Aquarellmalerei von Walter Kreutzberg. Mit einer Vernissage eröffnet am Freitag, 24. Juni, um 19 Uhr die Ausstellung „Fadenwerk“ mit Installationen und Objekten von Elena Redaelli sowie Kreuz- und Querstichen von Katharina Sommer.