Benefiz-Kabarett im Kinopolis: Blind Date mit Fatih Çevikkollu

Benefiz-Kabarett im Kinopolis : Blind Date mit Fatih Çevikkollu

Für einen inklusiven Arbeitsmarkt in Bonn werben im Kinopolis am Mittwoch, 15. März, ab 19 Uhr der Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie und die Telekom Baskets Bonn - mit prominenter Unterstützung von Kabarettist Fatih Çevikkollu.

Das Restaurant Godesburger und das Pauke-Life-Kulturbistro kümmern sich ums Essen, bevor um 20 Uhr der Film „Mein Blind Date mit dem Leben“ über die Kinoleinwand flimmert. Zwischendurch tritt Kabarettist Fatih Çevikkollu auf. Über sein ehrenamtliches Engagement an diesem Abend sprach er vorab mit dem GA.

Herr Çevikkollu, wie sind Sie als Kölner auf die Veranstaltung in Bad Godesberg aufmerksam geworden?

Fatih Çevikkollu: Christina Glufke von der Pauke hat mich gefragt, ob ich kommen und spielen will. Das mache ich sehr gerne, weil ich die Pauke unterstütze. Die hatten eine Kleinkunstbühne und ich habe dort 2004 oder 2005 mal gespielt.

Haben Sie eine Verbindung zur Inklusion?

Çevikkollu: Meine Tochter geht in Köln auf eine Gesamtschule, die sich der Inklusion widmet. Sie ist in einer Inklusionsklasse, mit Inklusionslehrern und vier oder fünf Inklusionskindern. Da wird dieses Konzept, glaube ich, sehr gut umgesetzt. Das heißt: Da muss zusätzliches Personal dabei sein. Auch nicht irgendwer, sondern Sonderpädagogen. Ich weiß, dass Inklusion immer mal wieder Schulen aufs Auge gedrückt wird und die kommen dieser Aufgabenstellung weder personell noch fachlich hinterher. Das ist ein bisschen fragwürdig, ehrlich gesagt.

In Ihren Solo-Programmen geht es oft um kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, um Ihre Erfahrungen als Deutscher mit türkischen Wurzeln. Hat Integration vielleicht auch etwas mit Inklusion zu tun?

Çevikkollu: Wahrscheinlich. Es geht ja bei beidem um das Einbinden von jemandem. Wo ist der Unterschied zwischen Inklusion und Integration? Integrieren, inkludieren, all inclusive.

Sie sind bekannt geworden durch ihre Rolle in „Alles Atze“ und durch Ihr erstes Solo-Kabarettprogramm „Fatihland“. Womit beschäftigen Sie sich im Moment?

Çevikkollu: Ich bin momentan mit meinem fünften Kabarettprogramm, „Emfatih“ unterwegs.

Worum geht es?

Çevikkollu: Ich behaupte mal, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo dieses Empathische, Mitfühlende immer mehr auf der Strecke bleibt und dafür dieses sich Abgrenzende, Schützende und Ellenbogentechnische nach vorne tritt. Alle rennen im Hamsterrad. Es gibt den schönen Spruch: Das Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter. So rennen wir und jeder kommt früher oder später an den Punkt, dass das alles nicht das Wahre ist. Dann fängt man langsam an, eine gewisse Empathie zu vermissen, ein Verbundensein. Darum geht es, das Verbundensein hier in der Gesellschaft, wenn man hier geboren wird und aufwächst und trotzdem kein selbstverständlicher, rechtlicher Teil der Gesellschaft ist. Politisch ist es so, dass wir einen Rechtsruck haben, der anfängt mit dem Typ mit dem Fiffi auf dem Kopf, der jetzt im Weißen Haus sitzt und sich die Finger wund twittert, bis hin zu den Rechten, die hier teilweise politisieren und die Welle machen. Auch da merke ich: Das wäre alles gar nicht so heftig, wenn wir mitfühlender miteinander umgehen würden. Die Wahrheit ist: Wenn wir uns nicht verbinden, verlieren wir. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen moralisch-philosophisch, aber auf der Bühne ist das sehr lustig (lacht).

Für alle Programmpunkte kostet der Eintritt 7,50 Euro. Karten verkauft das Kinopolis, Moltkestraße

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