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Lannesdorfer Einkaufszentrum: Bau verzögert sich bis 2018

Lannesdorfer Einkaufszentrum : Bau verzögert sich bis 2018

Die seit 2009 geplante Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Lubig mit Lebensmittelmarkt, Ladenpassage und Wohneinheiten kann wohl auch in diesem Jahr noch nicht realisiert werden.

Nachdem die Frage des Umgangs mit dem kontaminierten Boden nach jahrelangen Verhandlungen im Mai 2016 endgültig geklärt und das ruhend gestellte Bauleitplanverfahren wieder aufgenommen werden konnte, tagt am 1. März nun der Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz.

Inhalte der Beschlussvorlage sind unter anderem die wiederholte Beteiligung der Öffentlichkeit zur Gewährleistung der Aktualität des Verfahrens, da die letzte Beteiligung über sieben Jahre her ist. „Mittlerweile könnten neue Bürger und Nachbarn zugezogen oder auch neue Richtlinien aufgestellt worden sein“, erläutert Axel von der Heide, Geschäftsführer der VDH Projektmanagement GmbH aus Erkelenz und Vertreter des Bauherrn, der Firma Lubig. Es sollen darüber hinaus Gutachten zu Verkehr und Lärmschutz erstellt sowie die Frage geklärt werden, ob die Größe der Verkaufsfläche in die örtliche Zentrenstruktur passt.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Vorgabe, die nördlich des Gebäudeabschlusses geplante Ladenpassage in Richtung Zentrum zu verlegen. „Um einen räumlichen Bezug zum Ortsteilzentrum am Brunnenplatz herzustellen“, erklärt Stefanie Zießnitz vom Presseamt der Stadt Bonn. Außerdem sollen die Pkw-Stellplätze reduziert und dafür mehr Bäume gepflanzt werden. „Mit der Begrünung soll der Parkplatz in das Ortszentrum integriert werden“, so Zießnitz. Zur Debatte stehen 165 Pkw-Stellplätze, 50 Fahrradabstellplätze und etwa 33 Bäume.

Auch bei der Zufahrt weicht die Verwaltung von der aktuellen Planung des Bauherrn ab. Derzeit sind eine Zufahrt zu Lebensmittelgeschäft und Parkplatz ausschließlich über die Deutschherrenstraße sowie ein Geh- und Radweg zur Paracelsusstraße geplant. Die Beschlussvorlage sieht nun die Prüfung einer weiteren Zufahrt über die Paracelsusstraße mit begleitendem Geh-/Radweg vor. „Um eine sichere und flüssige Verkehrsführung zu ermöglichen“, erläutert Zießnitz. In der ursprünglichen Planung der Familie Lubig war diese Anbindung an die Paracelsusstraße bereits vorgesehen.

„Dann bekamen wir von der Verwaltung die Aufforderung, die Planung anzupassen“, berichtet von der Heide. Gegner hatten befürchtet, dass durch die zweite Zufahrt ein Schleichweg entstehen könnte, Befürworter sahen in dem reinen Fußweg zur Paracelsusstraße einen Nachteil für Kunden mit schweren Einkäufen wie zum Beispiel Wasserkästen. „Auch hier wird der Bauausschuss diskutieren und entscheiden“, so von der Heide. „Die Firma Lubig kann mit beiden Varianten leben.“

Derzeit befinden sich die Anfang 2016 zwischen der Stadt Bonn und der Firma Lubig vereinbarten Sanierungsmaßnahmen „bezüglich des aufgrund größerer Mengen an LHKW (leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen) notwendigen Bodenaustauschs“ in der Vergabe. „Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahmen bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sind“, meint VDH-Chef von der Heide. „Wenn der Bebauungsplan bis dahin durch alle notwendigen Verfahrensschritte gegangen ist, kann mit der Bebauung begonnen werden.