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Zum Auftakt spielt Druckluft: Bad Godesberger Verein plant weiter für "Musik im Park"

Zum Auftakt spielt Druckluft : Bad Godesberger Verein plant weiter für "Musik im Park"

Der Verein Bürger.Bad.Godesberg hält an Planungen für „Musik im Park“ fest. Das erste Konzert soll Ende Mai im Kurpark über die Bühne gehen. Zum Auftakt der Open-air-Konzertreihe spielt die Brass-Formation Druckluft.

Aufgeben kommt nicht in Frage, zumindest noch nicht: Mitten in der Coronakrise hofft der Verein Bürger.Bad.Godesberg weiterhin darauf, dass er Ende Mai mit der dritten Ausgabe von „Musik im Park“ beginnen kann.

Sechs Bands sollen zwischen dem 20. Mai und dem 24. Juni jeweils um 19 Uhr am Trinkpavillon des Godesberger Kurparks für Stimmung sorgen und die Sorgen des Alltags vergessen lassen. „Wir halten die alten Planungen derzeit hoffnungsvoll aufrecht“, erklärt Koordinator Helmuth Both.

„Wir haben allerdings auch den Vorteil, dass wir keine langen Vorlaufzeiten benötigen und zur Not auch einen Tag vorher absagen können. Klar ist, dass die Gesundheit absolute Priorität hat – und zwar sowohl die des Publikums als auch die der Musiker, die nun einmal auf der Bühne eng zusammenstehen müssen.

Wenn sich die Krise im Mai noch nicht gelegt hat, werden wir daher schweren Herzens die entsprechenden Konsequenzen ziehen.“

Dabei hat das Programm, das einmal mehr ausschließlich von lokalen Bands gestaltet wird, einiges zu bieten. Schon der Auftakt könnte zu einem Fest der besonderen Art werden, wenn denn die Brass-Formation Druckluft in voller Besetzung auftreten darf. Die Senkrechtstarter der närrischen Zeit, die so wie auch Querbeat ihre Wurzeln im Kardinal-Frings-Gymnasium haben, sind in der Regel hervorragende Stimmungskanonen mit jeder Menge Feuer im Blech.

Und das wäre derzeit so wichtig wie nie zuvor. Ruhiger würde es dagegen am 27. Mai mit Plattentektonik, die sich im Spannungsfeld von psychedelischem Pop, Impressionismus und Jazz bewegen. Doch auch diese Band kann Gas geben – und die die für Juni angefragten Formationen ohnehin. Stilistisch lädt der Frühsommer allerdings eher zu einer Reise in die Vergangenheit ein. So hat die Blue Moods Bigband unter der Leitung von Gerhard Halene zwar auch Funk, Pop und Rock im Repertoire, dürfte am 3. Juni aber auch dem klassischen Sound von Count Basie oder Duke Ellington frönen.

Die Bluesbenders von Gitarrist Norfried Baum setzen dagegen am 10. Juni auf Westcoast- und Chicago-Blues, auf Muddy Waters und Luther Allison und B.B. King, können aber nicht zuletzt dank des exaltierten Spiels ihres Frontmanns auch leidenschaftlich rocken. Etwas ungewöhnlich wird es dann am 17. Juni, wenn das White Album Project sehr eigenwillige Interpretationen von Beatles-Klassikern präsentiert; und zum Abschluss versprühen Taste of Woodstock eine ordentliche Dosis Crosby, Stills & Nash.

Ob all diese Konzerte wirklich stattfinden können, steht derzeit noch in den Sternen, auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt. „Sobald wir wissen, was machbar ist, werden wir die Öffentlichkeit über unsere Homepage und die Medien informieren“, verspricht Both. Gleichzeitig blickt er schon ins nächste Jahr: „Ende April startet die Ausschreibung für die Saison 2021.“ Das Leben und vor allem die Kultur muss schließlich weitergehen. Irgendwie. Und irgendwann.