Weg vom Ria-Maternus-Platz: Bad Godesberger Stadtmarketing will umziehen

Weg vom Ria-Maternus-Platz : Bad Godesberger Stadtmarketing will umziehen

Der Verein Bad Godesberg Stadtmarketing überlegt, aus seinem Pavillon auf dem Ria-Maternus-Platz auszuziehen. Das geht aus einem Brandbrief hervor, der dem General-Anzeiger vorliegt.

Der Verein Bad Godesberg Stadtmarketing überlegt, aus seinem Pavillon auf dem Ria-Maternus-Platz auszuziehen und woanders nur noch ein Büro zu unterhalten. Er begründet dies mit hohen Personalkosten. Das geht aus einem Brandbrief hervor, der im Stadtbezirk mittlerweile die Runde macht.

In dem Schreiben, das dem General-Anzeiger vorliegt, schreibt Vorsitzender Jürgen Bruder: „Der Vorstand hatte zusammen mit dem Team den Gedanken entwickelt, den Pavillon zugunsten einer effektiveren touristischen Nutzung aufzugeben und in der Bad Godesberger Innenstadt in einer Bürogemeinschaft einen zentralen Anlaufpunkt zu beziehen.“ Dabei hat er die Personalentwicklung im Blick, wobei im nächsten Jahr eine Stelle wegfalle. Ein Mitarbeiterin bleibe dem Team aber erhalten – allerdings außerhalb der Öffnungszeiten des Pavillons, „womit insgesamt ein kontinuierlicher Betrieb nicht sichergestellt werden kann“, so Bruder.

Auf GA-Anfrage sagte er am Dienstag, dass es mittlerweile viele Aufgaben gäbe, die die Mitarbeiter von den eigentlichen, Stadtmarketing betreffenden Arbeiten abhielten. „Es kommen viele Leute, die etwas fragen“, sagt er zum Pavillon, der von Passanten oftmals als Touristeninformation angesehen werde. Mit dem Umzug sei es noch nicht konkret, habe eine Beiratssitzung am Montag ergeben. Alles sei noch offen, „der Prozess wird innerhalb der nächsten 14 Tage konkretisiert“, sagt Bruder.

In dem Brandbrief nennt der Vorsitzende allerdings einige Vorteile, die sich in seinen Augen mit einem citynahen Büro ergäben: So wäre die Nähe zu den Geschäftsleuten von Vorteil. Es soll nun bald eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, bei der über den künftigen Standort des Vereins debattiert werden soll.

Schleichender Verfall des Pavillons

Wie der Vorsitzende nun ergänzte, soll der Brandbrief die Mitglieder auch ein wenig herausfordern: Er wünscht sich kreative Vorschläge aus den eigenen Reihen, um vielleicht doch noch länger vis-à-vis des Bahnhofs bleiben zu können – auch angesichts des für Herbst angedachten Umbaus des gesamten Umfelds samt Springbrunnen und dem Beethovenjahr 2020, wo auch in Bad Godesberg viele bahnreisende Touristen erwartet werden. Bruder nannte als eine mögliche Lösung, dass sich vielleicht Ehrenamtliche finden lassen, etwa Rentner, die sich bei der Beratung der Touristen einbringen möchten.

Der Verein Stadtmarketing will nun ein Gespräch mit seinem Vermieter, der Tourismus & Congress GmbH (T&C), suchen. Die vermietet den Pavillon im Auftrag des Städtischen Gebäudemanagements (SGB). T&C-Handlungsbevollmächtigter Ulrich Jünger sagte, dass er zur Laufzeit des Vertrags nichts sagen könne und dürfe.

Nach Angaben der Verwaltung gibt es den Vertrag mit der T&C, die dann weitervermietet, schon seit 2003. Erst Anfang des Jahres sei er bis 2023 verlängert worden. Von der Absicht des Bad Godesberger Vereins auszuziehen, habe die Stadt noch nichts erfahren, so Isabel Klotz vom Presseamt. Die Stadt hat für Touristen eine Anlaufstelle, nämlich die Bonn-Information an der Windeckstraße 1.

Der unter Denkmalschutz stehende Pavillon wurde 1960 gebaut und zeichnet sich durch architektonische Leichtigkeit, Offenheit und Transparenz aus. Mit der Aufgabe der Touristik-Information der Stadt Bonn 1982 begann der schleichende Verfall des einstigen Vorzeigeobjektes. Bevor Stadtmarketing 2002 einzog, stand der Bau längere Zeit leer. Im Spätsommer 2014 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten, die im Mai 2015 beendet wurden. Während der Arbeiten waren die Vereinsmitarbeiter im Hansa-Haus untergebracht.