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Bad Godesberg: Abriss der Cäcilienhöhe hat begonnen

Einstiges Promi-Lokal ist Geschichte : Abriss der Cäcilienhöhe in Bad Godesberg hat begonnen

Konrad Adenauer ging dort ein und aus, es war der Treffpunkt der „Pasta-Connection“ um Helmut Kohl. Die Bonner Prominenz traf sich zu Hauptstadtzeiten in der Cäcilienhöhe. Seit 2011 stand das einstige Restaurant leer, jetzt wird das Haus abgerissen.

Die Tage der Cäcilienhöhe sind endgültig gezählt. Von dem einstigen Restaurant am Goldbergweg, in dem sich früher Politiker und Promis die Klinke in die Hand gaben, ist nicht mehr viel übrig. Der Eigentümer, die Lubig Immobilien Verwaltung in Sankt Augustin, hat das Gebäude abreißen lassen, um an dessen Stelle Mietwohnungen zu bauen.

Geplant ist, so beschreibt Sebastian Lubig von der Immobilien Verwaltung auf GA-Anfrage, zehn Wohneinheiten inklusive einer Tiefgarage mit 18 Stellplätzen auf dem Grundstück zu bauen. Wann die Bauarbeiten beginnen, steht allerdings noch nicht fest. Genauso wenig wie die Investitionssumme. Der Grund: Man bearbeite derzeit ein vorrangiges Projekt in Bad Godesberg, so Lubig. Welches das ist, dazu machte er keine Angaben. Wohl aber zum aktuellen Stand der Abrissarbeiten: „Derzeit wird nur der Rückbau durchgeführt und das Gelände anschließend gesichert.“

Das Vorhaben wurde im Zuge einer Bauvoranfrage im August 2015 bereits ein positiver Vorbescheid erteilt, der bis Ende August 2019 verlängert wurde. Nach Auskunft von Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt wurde die „Anzeige für den Abbruch bei der Stadt im August 2019 eingereicht und im September bestätigt“. Wann der Abriss genau losgegangen ist, ist der Verwaltung nicht bekannt. Das, so Buchmiller, müsse der Stadt nicht mitgeteilt werden. Ein Bauantrag für die weiteren Arbeiten liege der Stadt bislang nicht vor.

Als Hotel und Restaurant genutzt

Die Cäcilienhöhe auf der Muffendorfer Höhe wurde als Hotel und Restaurant genutzt und war nicht denkmalgeschützt. Allerdings hat es eine lange Geschichte, die bis auf das Jahr 1870 zurückgeht. Erster Gastronom war Johann Monschau aus Muffendorf, berichtete Hans Kleinpass 1992 in den Godesberger Heimatblättern. Zunächst stand das Haus nur in den Sommermonaten offen, viele Vereine aber kamen dort zusammen – genau wie zahlreiche andere Gäste.

Auf Monschau folgte dessen Schwiegersohn Ernst Römer, der 1905 anbauen ließ, und zwar nach Westen hin. 1924 starb Römer, lange Zeit fand sich kein Käufer. Bis 1935. Damals erwarb Emma Bruns die Cäcilienhöhe, die sie 1937 umbauen und erweitern, „dabei den ursprünglichen Altbau, ein Fachwerkhaus, vollständig niederlegen“ ließ, so Kleinpass.

Zu Bonner Hauptstadtzeiten entwickelte sich das Lokal zu einem beliebten Restaurant für Bonner Spitzenpolitiker. So heißt es, Konrad Adenauer habe besonders die „Tortellini a la Crema“ und die frischen Mittelmeerfische des damaligen Küchenchefs Ernesto Murro geschätzt.

Erfolgsgeschichte konnte nicht fortgesetzt werden

Nach Murro war der Italiener Armando aus Livorno am Ruder, bis 1982 schließlich Bruno Pieri das Hotel übernahm. Mit ihm begann, so Kleinpass, die Ära „Da Bruno“. Zu seiner Zeit tagte  in dem Haus mit dem herrlichen Blick auf das Rheintal beispielsweise oft die legendäre „Pasta Connection“ von Helmut Kohl, Eduard Ackermann und anderen. Nach dem plötzlichen Tod von Wirt Bruno Pierini 1997 gelang es seiner Frau Flora letztendlich nicht, die Erfolgsgeschichte des Restaurants fortzusetzen. 1999 musste der Betrieb daher Insolvenz anmelden.

Von 2001 bis 2004 versuchten Bernd und Astrid Ewert das Bad Godesberger Traditionshaus neu zu beleben. 2004 übernahmen dann für eine Zeit Volker Held-Kerp und Dirk Twisterling. Seit 2011 schließlich stand das Haus bis zu seinem Abriss leer.