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Katja Steffel präsentiert ihren ersten Roman: Auf der Suche nach dem passenden Leben

Katja Steffel präsentiert ihren ersten Roman : Auf der Suche nach dem passenden Leben

Sie ging in Godesberg zur Schule und lebt mittlerweile in Spanien. Wie sich eine harmlose Geschäftsreise für einen deutschen "Anzug-Fuzzi" plötzlich zum abenteuerlichen Roadtrip quer durch Spanien entwickeln kann, hat Katja Steffel gerade in ihrem ersten Roman "Südwärts, dann links" beschrieben.

"Die Idee, Bücher zu schreiben, die über zusammengeklebte Schulhefte hinausgehen, hatte ich schon lange", berichtet die Agrarwissenschaftlerin, die in Pech aufwuchs und im Clara-Fey-Gymnasiums ihr Abitur absolvierte. Bücher schreiben sei wie eine lang gehegte Leidenschaft, die endlich ausgelebt werden wolle.

"Die konkrete Idee entstand durch meine eigene Suche nach dem passenden Job, nach dem passenden Leben, meine Reise zu mir selbst", sagt die Autorin, die 1979 in Bonn geboren wurde. Nicht ganz zufällig ist in der Schreibphase auch Steffel selbst "südwärts" gezogen. Sie lebt mit ihrer Familie heute in Spanien.

In ihrem lebendig geschriebenen Roman hat sich aus dem kleinen Jungen mit der kaum zu stillenden Neugier aufs Leben eben ein "Anzug-Fuzzi" entwickelt, der in der Straßenbahn die Ausdünstungen der Mitmenschen kaum ertragen kann.

"Das Leben war ja nun wirklich kein Zuckerschlecken", stöhnt dieser Marc, bevor er dann plötzlich doch ins Ungewisse aufbricht.

Autorin Steffel selbst hat "eine wahrlich unbeschwerte und freie Kindheit" in Pech erlebt. "Höhen und Tiefen" seien am damals noch reinen Mädchengymnasium gefolgt.

Eine Mischung aus Jungen und Mädchen würde sie aus heutiger Sicht "im Umgang miteinander als deutlich unkomplizierter" empfinden, erläutert Steffel. Ihre Schule besuchen heute auch Jungen.

"Meine Idee war es anfangs, nach dem Studium der Agrarwissenschaften im Bereich Entwicklungshilfe und damit im Ausland zu arbeiten", berichtet die Autorin. Aber dann sei eine Stelle im Bereich Erneuerbare Energien gefolgt, die Familiengründung und die Bewirtschaftung eines Bauernhofs.

"Während dieser zehn Jahre haben wir zunehmend gemerkt, dass das uns weder im Privaten glücklich machte noch eine langfristige Zukunftsperspektive darstellte", erinnert sich Steffel.

Um aus dem Hamsterrad zu entkommen, machte die Familie 2017 Nägel mit Köpfen: Es ging nach Spanien. Den Großteil ihres Romans hat Steffel noch in Deutschland geschrieben, und zwar "nach Feierabend oder wenn unser erster Sohn Mittagsschlaf gehalten hat".

Übrigens: Die nächste Buchidee reift bereits. Allein die viertägige Reise ans spanische Mittelmeer im bis unters Dach vollgepackten VW-Bus, mit dem Hund im Kofferraum, einem Kind auf der Rückbank, dem Bobbycar quasi auf dem Schoß und noch ohne Bleibe in Spanien sei ein Stoff, aus dem sie schöpfen könne, sagt Steffel und lacht. "Viele Menschen haben damals unsere Idee für verrückt gehalten."

Im Handel erhältlich: Katja Steffel, Südwärts, dann links, AAVAA-Verlag, 2019, 11,95 Euro.