Kommentar zum Kleinen Theater: Auf der Kippe

Kommentar zum Kleinen Theater : Auf der Kippe

Die Zukunft des Kleinen Theaters in Bad Godesberg steht wohl wieder auf der Kippe. Die monatelangen, zeitraubenden Bemühungen, das beliebte Theater am Bad Godesberger Kurpark zu retten, waren offensichtlich für die Katz'.

So haben sich Oberbürgermeister Ashok Sridharan und der Stadtrat den Start ins neue Jahr gewiss nicht vorgestellt: Die Zukunft des Kleinen Theaters in Bad Godesberg steht wohl wieder auf der Kippe. Die monatelangen, zeitraubenden Bemühungen vor allem von Verwaltung und Politik um eine Lösung, das beliebte Theater am Bad Godesberger Kurpark zu retten, waren offensichtlich für die Katz'. Die Käufergruppe um den ehemaligen Bonner Generalintendanten Klaus Weise muss sich die Frage gefallen lassen, warum sie offenbar jetzt erst festgestellt hat, dass sich ihr gemeinsames Vorhaben nun doch nicht so umsetzen lässt wie einst geplant. Das bietet viel Raum für Spekulation. Was aber müßig ist.

Gleich, was letztlich dazu geführt hat, dass die Mitglieder der Käufergruppe nun getrennte Wege gehen wollen, wichtig ist es jetzt, möglichst schnell eine andere Lösung zu finden. Denn noch verfügt das Kleine Theater über ein Stammpublikum, das aber bei der Stange gehalten werden muss. Und die Einnahmen durch die Theaterbesuche sind in Zukunft wichtiger denn je, will die Stadt doch ihren Zuschuss für das Kleine Theater komplett streichen.

Sollte es indes in diesem Sommer, wenn für Walter Ullrich als Intendanten der letzte Vorhang fällt, keinen nahtlosen Übergang in die nächste Spielzeit geben, könnte dies unter Umständen das Aus für das Traditionshaus bedeuten. Jedenfalls dürfte es ungeheuer schwierig werden, nach einer längeren Schließung wieder einen Abonnentenstamm aufzubauen.

Eine schwierige Gemengelage: Einerseits drängt die Zeit, anderseits dürfen sich Politik und Verwaltung nicht unter Druck setzen lassen. Eine wichtige Frage, die jetzt wohl die Juristen prüfen müssen, lautet: Ist der Stadt Bonn der Vertragspartner abhanden gekommen, so dass sie das Kleine Theater am Ende sogar erneut ausschreiben muss? Oder kann ohne Ausschreibung mit einem Teil der bisherigen Käufergruppe eine neue Einigung erzielt werden?

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