Arzdorf: Maßnahmen gegen Unwetter am Sommerberger Graben

Unwetterschutz in Arzdorf : Mehr Platz für den Sommersberger Graben

Für 440.000 Euro erhält der Sommerberger Graben unter der L123 in Arzdorf einen neuen Durchlass. Auch das Pumpwerk wird erneuert. Der Verkehr läuft deshalb während der Bauarbeiten nur einspurig.

Seit Anfang der Woche rollen die Bagger an der L123 in Arzdorf. Denn der Sommersberger Graben erhält unter der L123 einen neuen Durchlass. Das teilte Volker Strehl, Vorstand der Wachtberger Gemeindewerke, auf Anfrage mit. Wie mehrfach berichtet, soll der Ort mit der Maßnahme besser gegen Starkregenüberflutungen geschützt werden. Bei dem Jahrhundert-Unwetter im Juni 2016 hatten sich Wassermassen auch vor dem Durchlass gestaut und so für Überschwemmungen von Grundstücken und in umliegenden Häusern gesorgt. Das Besondere an der Maßnahme ist: Die Gemeindewerke führen diese 440.000-Euro-Maßnahme sozusagen als Dienstleister von Straßen NRW durch. Letzterer ist prinzipiell für den Unterhalt und Betrieb der Landstraßen zuständig.

Bereits 2017 hatte ein von den Gemeindewerken beauftragter Fachmann festgestellt, „dass der bestehende Durchlass mit seinen  Zentimetern zu eng und daher ein Hauptproblem bei der Bewältigung von Starkregenfluten ist“, erklärt Abwasserexperte Strehl. Um ein Jahrhundert-Regenereignis ableiten zu können, wären andere Dimensionen nötig. Konkret ein Durchlass mit den Maßen 1,90 mal 1,80 Meter. Genau diese Abmessung soll nun der neue Durchlass in Gestalt eines Kastenprofils bekommen. Im Prinzip hätte Straßen NRW die Maßnahme durchführen müssen, „doch dort fehlte es an Kapazitäten“, so Strehl. Da nötige Geld hingegen sei vorhanden gewesen.

Neues Pumpwerk übernimmt wichtige Funktion

Um hier schnell zu einer Lösung zu kommen und eine Verbesserung vor Ort zu schaffen, boten sich die Gemeindewerke als Auftraggeber an: „Wir haben auf der Grundlage der vom Landesbetrieb erstellten Planung die Ausschreibung, Vergabe und Durchführung der Arbeiten übernommen“, sagt Strehl. Bestandteil der Arbeiten ist zudem ein neues Pumpwerk am Sommersberger Graben. Das wird nötig, weil entlang der L123 auch ein Schmutzwasserkanal verläuft: „Wenn der neue Durchlass größere Dimensionen bekommt, muss das Wasser aus dem Kanal jetzt davor mittels des Pumpwerks angehoben werden.“ Auf der anderen Seite des neuen Durchlasses werde das Ganze dann wieder an den vorhandenen Kanal angeschlossen. „Diese Maßnahme müssen die Gemeindewerke selbst zahlen“, betont deren Vorstand. Nach seiner Berechnung müssten das 35 Prozent der Kosten von 440.000 Euro sein; den Rest übernimmt Straßen NRW. Bis Anfang 2020 soll alles fertig sein.

Bis dahin müssen auch Autofahrer Einschränkungen auf der L123 in Kauf nehmen. Die Landstraße ist nur einspurig befahrbar. Zur Regelung des Verkehrs ist eine Baustellenampel eingerichtet, und zwar mittels zweier mobiler Anlagen an der Ortseinfahrt aus Richtung Adendorf sowie an der Kreuzung in Arzdorf selbst. „Dazu wird die bestehende Ampelanlage während der Maßnahme ausgestellt“, führt Volker Strehl aus. Das sei zwar aufwendig, ließe sich aber mit Blick auf die Verkehrssicherheit leider nicht anders regeln.

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