Bauen in Bad Godesberg: Anwohner setzen sich für mehr Grün an der Kennedyallee ein

Bauen in Bad Godesberg : Anwohner setzen sich für mehr Grün an der Kennedyallee ein

Weil an der Kennedyallee 41 in Bad Godesberg rund 75 Wohnungen entstehen sollen, muss das Areal gerodet werden. Als Ausgleich wollen die Nachbarn 17 Bäume auf ihrem Grund pflanzen.

Fast könnte man meinen, dass das Areal an der Kennedyallee 41 unbebaut ist. Erst bei näherem Hinsehen fällt die Villa auf, die zwischen wuchernden Bäumen und Büschen steht. Bald allerdings muss das seit langem leerstehende Haus weichen. Laut Stadt ist geplant, auf dem rund 4 900 Quadratmeter großen Grundstück circa 75 Wohnungen in drei eigenständigen Gebäuden zu bauen – ein vier- und zwei dreigeschossige Riegel, die jeweils ein Staffelgeschoss erhalten.

Sie sollen durch eine Tiefgarage miteinander verbunden werden, deren Zufahrt zur Kennedyallee, die Ausfahrt zur Matthias-Grünewald-Straße liegen soll. Für das Vorhaben, so heißt es in einer städtischen Vorlage, müssen so gut wie alle Bäume und Büsche entfernt werden.

Der Plan stößt bei den Anliegern der Matthias-Grünewald-Straße und des Langer Grabenweg auf gemischte Gefühle, vor allem, was die Fällungen und die Erhöhung der Verkehrsdichte angeht. Sie schlagen einige Änderungen vor, denen sie in einem Bürgerantrag Ausdruck verliehen haben. 17 von 20 Bäumen, die wohl weichen müssten, fielen unter die Baumschutzsatzung, führte der Verwalter in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung aus. Diese 17 sollten, so der Wunsch, in unmittelbarer Nachbarschaft nachgepflanzt werden. Und zwar auf den Grundstücken der Antragsteller.

Parkdruck wächst durch Neubauten in Bad Godesberg

Darüber hinaus seien ohnehin schon mehr Autos als früher unterwegs, seit an der Matthias-Grünewald-Straße/Godesberger Allee neu gebaut worden sei. Dadurch habe sich auch der Parkdruck erhöht. Die Folge: Im Bereich Matthias-Grünewald-Straße und Langer Grabenweg komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Und das nicht nur mit Autos, sondern auch mit den Fußgängern, die im nahegelegenen Supermarkt einkaufen. „Die knappe Parksituation erfordert, dass keine Parkverbote gegenüber und an der Ausfahrt ausgesprochen werden“, so der Verwalter. Um die Situation dennoch zu entschärfen, beantragten die Anlieger, „dass eine auf die Ausfahrt begrenzte Tempo-30-Zone geschaffen wird“.

Einen weiteren Wunsch, Ein- und Ausfahrt der neuen Tiefgarage zur Kennedyallee hin zu bauen, zogen die Anwohner zurück. Denn, so hieß es nach einem Gespräch mit der Verwaltung, es habe sich gezeigt, dass dies nicht praktikabel sei.

„Von den 17 Bäumen werden zehn auf dem Grundstück selbst gepflanzt, die restlichen sieben werden finanziell abgelöst“, teilte die Verwaltung mit. Sie auf einem Privatgelände zu pflanzen, sei schwierig. Daher müsse man diesen Vorschlag – genau wie die Tempo-30-Anregung – erst diskutieren. Deshalb, so der Vorschlag der Verwaltung, sollten die Ideen der Bürger als sogenannte vorzeitige Stellungnahme zum Bebauungsplan gewertet und in das weitere Verfahren einbezogen werden. Ob sie realisiert werden, wird sich dann im Laufe der nächsten Monate zeigen.

Vom 21. November bis zum 20. Dezember können Bürger den Bebauungsplan nach Auskunft der Stadt einsehen, und zwar im Stadthaus, Berliner Platz, im Internet oder in einer abgespeckten Version im Bad Godesberger Rathaus, Kurfürstenallee. In diesem Zeitraum können sie ihre Anregungen und Änderungswünsche vorbringen, die im weiteren Planverfahren bewertet werden.

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