Areal an der Kennedyallee: Anlieger wehren sich gegen Bebauung in Plittersdorf

Areal an der Kennedyallee : Anlieger wehren sich gegen Bebauung in Plittersdorf

In einem Bürgerantrag sprechen sich 142 Anwohner gegen eine zu dichte Bebauung eines Areals an der Kennedyallee aus. Der bisherige Postbank-Komplex soll abgerissen und neu bebaut werden.

Der geplante Abriss des Postbank-Komplexes und der Neubau von Wohnungen und Büros an der Kennedyallee lässt die Anwohner aufhorchen: Sie haben 142 Unterschriften gesammelt und sprechen sich über einen Bürgerantrag gegen eine Verdichtung in dem Viertel aus.

Zudem wäre es ihnen am liebsten, wenn keine Wohnungen errichtet würden. Auch die angedachte Quote von 40 Prozent Sozialwohnungen solle niedriger sein. Mit den Wünschen der Plittersdorfer beschäftigen sich die Politiker der Bezirksvertretung Bad Godesberg am Mittwoch, 30. Januar, ab 17 Uhr in der Stadthalle, Koblenzer Straße 80.

Auslöser für den Antrag aus der Nachbarschaft war eine Bürgerinformation der Düsseldorfer Gerchgroup im Dezember, die das noch bestehende Gebäudeensemble, das von Ahr- und Moselstraße umrahmt wird, gekauft hat. Die Investoren hätten auf entscheidende Fragen „keine zufriedenstellende Antworten“ geben können, so die Antragsteller.

Sie wünschen, dass sich bei den Neubauten an den umliegenden Häusern – meist ein- bis zweigeschossig – orientiert wird: „Bei der Neuordnung der Liegenschaft ist insbesondere bei den Höhenbegrenzungen, den Abstandsflächen und den Ruhezonen in angemessener Weise auf die vorhandene Wohnbebauung im Flussviertel Rücksicht zu nehmen“, so der Wortlaut.

Klimagutachten gewünscht

Was die Anzahl und Höhe der Geschosse angeht, wünschen die Bürger ein Klimagutachten, damit auch später noch genügend frische Luft durch Plittersdorf weht. Sie wollen auch, dass der Verkehr unter die Lupe genommen wird: „Heute schon sind die Kennedyallee und die Ludwig-Erhard-Allee in Stoßzeiten jeweils bis zur B 9 völlig überlastet. Was das Parken angeht, solle eine neue Tiefgarage ausreichend groß sein.

Im Kern geht es den Anwohnern aber darum, dass auf dem Gelände wieder nur Büros gebaut werden. Derzeit arbeiten in dem Ensemble auf dem 32000 Quadratmeter großen Grundstück 1500 Menschen (der GA berichtete). Die beiden jetzt schon vorhandenen Grünstreifen mit den alten Bäumen und Büschen sollen erhalten bleiben.

Der Investor plant derzeit 200 bis 300 Wohneinheiten, was die Anlieger ablehnen. Falls sich das nicht durchsetzt, sollten es in ihren Augen an den Grünstreifen Eigenheime und nur eine geringe Zahl von Mietwohnungen sein – damit sich alles besser ins Umfeld einfüge. Sollte es eine dritte Etage geben, dann nur als Staffelgeschoss, so der Antrag.

Angesichts der Neubauten und Erweiterungen von Sozialwohnungen im Umfeld wird eine niedrigere Quote an gefördertem Wohnungsbau verlangt. Die Mietwohnungen sollten möglichst an der Kennedyallee liegen. Allein von dort aus sollte auch ab 2022 der Abriss des alten Komplexes erfolgen. Die Postbank selbst gibt mehrere Standorte in der Stadt auf, um dann in den Neubau am Bundeskanzlerplatz (früher Bonn-Center) zu ziehen.

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