One World Mobil in Bad Godesberg: Angebot für Jugendliche findet keinen Stellplatz

One World Mobil in Bad Godesberg : Angebot für Jugendliche findet keinen Stellplatz

Das One World Mobil kommt in Lannesdorf und Rüngsdorf nicht an, im Kurpark schon. Für einen regelmäßigen Halt am Mehlemer Bahnhof konnte bisher kein Stellplatz gefunden werden.

Es war kein ausuferndes Grillfest, das Lena Gutt-Blümel und Carsten Gebauer am Bolzplatz an der Andreasschule veranstalteten. Dort hatten sie mit dem One World Mobil haltgemacht, um mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Allerdings war von denen anfangs relativ wenig zu sehen. „Es ist wie bei einer guten Party, da kommt man auch später“, zeigte sich Gebauer positiv. Denn dass die Jugendlichen das Angebot nutzen, weiß der pädagogische Leiter aus Erfahrung.

Schulische oder private Probleme sind es, die die 14- bis 21-Jährigen mit den One-World-Mitarbeitern besprechen, so Gebauer. Doch das ist noch nicht alles: Gespräche über Politik gehören genauso dazu wie sportliche Aktivitäten, gemeinsames Trinken und Essen. Außerdem „reagieren wir auf die Wünsche der Jugendlichen“, sagte Gutt-Blümel.

In der Bezirksvertretung war die Arbeit des One World Mobils am Mittwochabend Thema. Wie berichtet, ist das Angebot der Kooperationspartner Godesheim und CJG Hermann-Josef-Haus, die ebenfalls Träger des One World Cafés sind, nur noch einmal in der Innenstadt präsent: freitags im Kurpark. Rheinallee und Panoramapark werden nicht mehr angefahren. „Es gab Jugendliche, die das bedauert haben“, sagte Gebauer. Einige wünschten sich zudem einen zweiten Tag im Kurpark. Stattdessen macht das Team in Lannesdorf und Rüngsdorf halt. Das Problem: Die Standorte werden kaum angenommen. Und das, obwohl es bereits zwei Wechsel gegeben hat: von „Im Gries“ zum Lannesdorfer Dorfplatz und vom Kapellenweg zum Bolzplatz an der Andreasschule.

Doch wieso wurde das Mobil aus der Innenstadt abgezogen, wollten die Politiker wissen. Grund dafür ist laut Verwaltung der Freizeitstättenbedarfsplan. Eine Analyse habe ergeben, dass das Offene-Jugendarbeits-Angebot in der City verhältnismäßig gut ist. Anders sehe das in den südwestlichen (Heiderhof und Muffendorf) und südlichen (Lannesdorf, Pennenfeld und Rüngsdorf) Stadtteilen aus. Zwar habe man das Spielmobil vom Heiderhof nach Rüngsdorf verlagert und das One World Mobil in die Stadtteile geschickt. Dennoch besteht dort laut Verwaltung „auch weiterhin eine deutliche Unterversorgung“.

Zunächst also stand das Mobil „Im Gries“. In der dortigen Wohnsiedlung leben laut Stadt 117 14- bis 21-Jährige. Interesse am Mobil zeigten sie nicht. Es sei „nicht gelungen, die vor Ort lebenden Jugendlichen mit einem niederschwelligen Angebot zu erreichen“. Seit Anfang Mai 2018 fährt das Team deshalb den Lannesdorfer Dorfplatz an. Doch auch dort herrscht wenig bis gar kein Interesse – obwohl Jugendliche das Areal laut Stadt durchaus nutzen.

Ähnlich sieht es in Rüngsdorf aus. Ab September 2018 stand das Mobil am Spielplatz Kapellenweg, „der gerade in den Abendstunden durchaus von Jugendlichen frequentiert wird“. Angenommen wurde der Standort dennoch nicht. Seit Januar ist das Mobil auf dem Bolzplatz an der Andreasschule präsent. Der Zulauf könnte größer sein, aber man sei ja im Winter gestartet, so Gebauer. Mit Blick auf das Wetter sei man zufrieden. Und: „Die Zeit wird zeigen, wie der Bedarf ist.“ Das seien ungefähr sechs Monate, ergänzte Gutt-Blümel.

Welche Standorte für den Träger noch attraktiv erscheinen, wollten die Politiker wissen. Zum einen sei das weiterhin der Kurpark, so die Antwort. Zum anderen der Mehlemer Bahnhof. Dort allerdings sei kein geeigneter Stellplatz gefunden worden – weil der Eigentümer des infrage kommenden Geländes die Nutzung abgelehnt hat.

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