Bad Godesberg: An der Koblenzer Straße entstehen 48 Wohnungen

Bad Godesberg : An der Koblenzer Straße entstehen 48 Wohnungen

In unmittelbarer Nachbarschaft der Bad Godesbeger Polizeiwache ist am Freitag der symbolische Startschuss für das Bauprojekt „100+“ gefallen. Auf der Koblenzer Straße soll ein Mehrfamilienhaus mit 48 Wohnungen entstehen.

Auf dem Areal an der Koblenzer Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft der Bad Godesberger Polizeiwache, rollen bereits seit geraumer Zeit die Bagger. Die Baugrube ist ausgehoben, seit Mai schon stehen Hochbauarbeiten auf dem Programm. Was aber bislang fehlte, war der symbolische Startschuss der Maßnahme, an deren Ende ein Mehrfamilienhaus mit 48 Wohnungen stehen soll. Am Freitag nun wurde der Akt nachgeholt: Ivo Gotsche und Fabian von Köppen vom Investor, der Garbe Immobilien-Projekte, legten mit Nicole Unterseh, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, den Grundstein für das Projekt.

Für den Standort Bad Godesberg sprach einiges, so Gotsche. Der erste Grund: „Das Grundstück war unbebaut“, sagte der Leiter des Garbe-Regionalbüros NRW mit einem Augenzwinkern. Nur um direkt ernst zu werden: „Das Quartier hinter dem Areal ist sehr sympathisch und schön.“ Das gelte für ganz Godesberg. Die Godesburg, eine sehr gute Infrastruktur mit Kino und Schauspielhaus, ein Bahnhof in der Stadt, der Rhein in unmittelbarer Nähe, engagierte Bewohner und der Siebengebirgsblick seien nur einige Pfunde, mit denen der Stadtbezirk wuchern könne. Umso erstaunlicher sei es für ihn als Außenstehenden, dass viele Bad Godesberger sich und ihren Bezirk so kritisch sehen.

„Der Blick von außen ist ein anderer“, war Gotsche überzeugt. Das sehe man an auch an den Interessenten für die Wohnungen. Einige Verträge seien bereits abgeschlossen – zwei auf Englisch, einer auf Chinesisch. Auch für die Garbe sei Bad Godesberg keine Eintagsfliege. Am Donnerstag „haben wir ein weiteres Grundstück hier erworben“, verriet Gotsche, der weitere Infos in einigen Wochen versprach. „Wir glauben an Bad Godesberg und seine Zukunft“, so Gotsche. Der Stadtbezirk sei ein schönes Fleckchen Erde, die Bad Godesberger könnten darüber glücklich sein – „und gerne auch ein wenig stolz“.

„Das Areal lag viele Jahre brach“, sagte Unterseh. Nun entstünden dort Wohnungen: „Das ist wichtig für Bonn“. Denn nicht nur die Zahl der Beschäftigten in der Bundesstadt wachse stetig, auch die Bevölkerung nehme kontinuierlich zu. Allerdings fehle bezahlbarer Wohnraum. Diesen zu schaffen, sei eine wichtige Aufgabe, stellte Unterseh fest.

Wie berichtet, entstehen auf dem 4544 Quadratmeter großen Grundstück zwei Gebäude, die L-förmig angeordnet sind: das erste mit drei, das zweite mit fünf Vollgeschossen. Auf beiden wird außerdem jeweils ein Staffelgeschoss installiert. Insgesamt werden 23 Zwei-Zimmer-, 15 Drei-Zimmer- und zehn Vier-Zimmer-Wohnungen gebaut, die zwischen 52 und 123 Quadratmeter groß sind. Sie sind über drei Eingänge sowie eigene Treppenhäuser barrierefrei erreichbar, dabei sind jeweils elf, 17 und 20 Einheiten miteinander verbunden. 37 Parkplätze stehen den künftigen Bewohnern zur Verfügung, sie befinden sich in der Tiefgarage, die über die Koblenzer Straße erschlossen wird. Hinzu kommen 74 Stellplätze für Fahrräder – in einem gemeinsamen Abstellraum im Untergeschoss sowie im Freien jeweils vor den Eingängen. Läuft alles nach Plan, werden die ersten Einheiten Ende 2020 fertig, im ersten Quartal 2021 sollen die Arbeiten komplett beendet sein.

Die Außenflächen – mit einer Größe von rund 1000 Quadratmetern – sollen so gestaltet werden, dass sie an einen Park erinnern. Zäune sind nicht zugelassen, als Einfriedung sind Hecken geplant. Außerdem gibt es eine Fläche, auf der ein Spielplatz errichtet wird. Dafür mussten zwei Bäume gefällt werden. Für Ersatz wurde gesorgt: 30 Bäume wurden neu gepflanzt, darunter Felsenbirnen, Holzäpfel, Weißdorne und Sommerlinden.

Wie es sich gehört, wurde am Freitag übrigens auch eine Zeitkapsel versenkt. Der Inhalt: ein kleiner Beutel mit Münzen, einige Geldstücke aus der Tasche von von Köppen, ein Projektprospekt als Ersatz für die Baupläne – und ein aktueller General-Anzeiger.

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