Fußballplatz wird kleiner: Altes Godesberger Stadion wird teilweise verkauft

Fußballplatz wird kleiner : Altes Godesberger Stadion wird teilweise verkauft

Die Stadt Bonn wird nach einem Beschluss des Stadtrats eine Fläche von 7200 Quadratmetern des Alten Godesberger Stadions an die Firma Miesen verkaufen. Einige Mitglieder des Godesberger Fußballvereins kritisieren jedoch den Umbau.

Es steht fest: Das Alte Godesberger Stadion erhält einen Kunstrasenplatz samt Kleinspielfeld, im Gegenzug wird ein Teil der Anlage an die Firma Miesen verkauft. Wie der Rat am Donnerstagabend beschlossen hat, sollen die Arbeiten bereits im Sommer beginnen. Bei der Sitzung waren auch einige Mitglieder des Godesberger Fußballvereins (GFV) anwesend, der das Alte Stadion nutzt. Ob sie sich an den Kosten für das Kleinspielfeld beteiligen müssen oder nicht, steht indes noch nicht fest. Über den Vorschlag der SPD, dass die Stadt die komplette Maßnahme bezahlen soll, soll der Sportausschuss in seiner nächsten Sitzung am 2. April abstimmen.

Sportamtsleiter Stefan Günther stand der Idee positiv gegenüber. Grundsätzlich müssten sich die Vereine zwar an den Kosten für Zusatzwünsche – in diesem Fall das Kleinspielfeld – beteiligen. In Sondersituationen könnten aber Ausnahmen gemacht werden. Dazu gebe es „hier gute Gründe. Der Platz wird kleiner und ist sehr ausgelastet“, so Günther. Deshalb sei das Kleinspielfeld zwingend notwendig, um den Verkauf der Teilfläche zu kompensieren. Daher wolle man den politischen Gremien im April eine Beschlussvorlage unterbreiten, „die Kosten in voller Höhe zu übernehmen“.

Von dem Beschluss, dass ein Teil des Stadions verkauft und der Rest umgebaut wird, profitierten alle, so Günther. Die Sportstätte bleibe erhalten, der Verein bekomme zusätzlich ein Kleinspielfeld, „und wir bieten einem benachbarten Gewerbe die Möglichkeit, sich zu vergrößern“. Wie berichtet, möchte die Firma Miesen rund ein Drittel der Fläche – circa 7200 Quadratmeter – kaufen, um dort unter anderem eine Tiefgarage und Büros zu errichten.

Bürgerbegehren möglich

„Der Platz wird durch den Teilverkauf deutlich kleiner. Deshalb ist es wichtig, dass das Kleinspielfeld mit dem Erlös des Verkaufs gedeckt wird. Die Finanzierung darf nicht von dem Verein abhängen“, so Gabi Mayer von der SPD. Diese Ansicht teilten auch die Sozialliberalen und die Linke. „Die Anlage ist völlig veraltet und muss modernisiert werden“, so Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn. Dennoch sei es wichtig, dass keine Kosten auf den Verein zukämen. „Das wäre ein guter Kompromiss, der zur Befriedigung der Situation vor Ort beitragen würde.“ Denn noch steht ein mögliches Bürgerbegehren im Raum.

Einige Vereinsmitglieder stehen dem Umbau trotz möglicher Kostenübernahme kritisch gegenüber. Das Stadion sei nach den Umbaumaßnahmen zu klein, hatte eine Mutter, Sabine Wanka-Keskiner, Ende Dezember befürchtet und im Falle eines solchen Beschlusses ein Bürgerbegehren angekündigt.

Die Sanierung des Stadions kostet insgesamt 781.000 Euro brutto, darin enthalten sind 85.000 Euro für das Kleinspielfeld.

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