Weltenbummler aus Bad Godesberg: Alles Roger am Nordkap

Weltenbummler aus Bad Godesberg : Alles Roger am Nordkap

Rüdiger Wolff ist mit seinem Wohnmobil in ganz Europa unterwegs. Zurzeit besucht er die Familie in der Heimat.

So mancher Godesberger auf dem Theaterplatz wundert sich: Dort stand ein Wohnmobil, sieben Meter lang, fast drei Meter hoch, über zwei Meter breit. Auf der Haube stand „Alles Roger“ und „Live to ride – Ride to live.“ Vor dem Wagen stand Rüdiger Wolff, auch Roger genannt, und begrüßte alte Bekannte. Er war sozusagen auf der Durchreise und wollte einfach mal „Guten Tag“ sagen und von den Reisen berichten.

Im November vergangenen Jahres ist er in Portugal gestartet und über Spanien und Frankreich nach Korsika gefahren. „Ich liebe diese Insel“, erzählte der 74-jährige, der nach einem Sturz vor zwei Jahren Probleme mit seiner Hüfte hat. „Dann ging es weiter in Richtung Belgien, Dänemark, nach Oslo, wo ich die Heddal Stabkirche besichtigt habe. Sehr geschichtsträchtig und wunderschön, da fängst du an zu weinen.“

Weiter ging es dann auf der Europastraße E6 nach Trontheim. Und dann der Höhepunkt: Das Nordkap, der nördlichste erreichbare und befahrbare Ort Europas, wo Wolff auf dem nördlichsten Campingplatz der Welt verweilt: „I have crossed the Arctic Circle“, sagte er auf Englisch. „Ich spreche nämlich mehrere Sprachen – zumindest so, dass ich damit durchkomme.“

Sein Berufsleben hat der Vater von vier Kindern bei der Firma Ford Hoffarth in Beuel, die heute nicht mehr existiert, verbracht. Dort war er Verkaufsleiter und hat unter anderem Wohnmobile vertrieben. Auf seine erst zwei Jahre alte „Eura“ ist er mächtig stolz: „Note 1.“

Seit 1957 ist Wolff mit Reisemobilen immer wieder auf Campingtour durch Europa unterwegs. Mittlerweile begleitet ihn sein neun Jahre alter West Highland Terrier mit dem Namen „Romy“. „Ich war mal so in Romy Schneider verliebt“, verriet er. Seit zehn Tagen ist er wieder im Rheinland. In Rüdesheim hat er Station gemacht, in Bad Godesberg schaut er bei seinen Kindern nach dem Rechten. „Das Wichtigste ist Respekt“, sagte er. „Zum Glück habe ich den überall, wo ich war, auch erfahren.“

Ein paar Tage wird Roger Wolff noch im Lande bleiben. Mit seiner Familie und Freunden will er in Mayschoss seinen 75. Geburtstag feiern. Und danach? „Dann geht's wieder Richtung Portugal.“