Kommentar zum Bahnhof in Bad Godesberg: Ärgernisse ohne Ende

Kommentar zum Bahnhof in Bad Godesberg : Ärgernisse ohne Ende

Die Sanierung des Godesberger Bahnhofs findet kein Ende. Für unseren Autor ist das aus mehreren Gründen ärgerlich. Ein Kommentar.

In diesem Jahr investiert die Bahn 9,3 Milliarden Euro in die Bahninfrastruktur, was nach eigenen Angaben 800 Millionen Euro mehr sind als im Vorjahr. In Spitzenzeiten sollen bundesweit Tausende Fachleute an bis zu 800 Baustellen am Tag arbeiten. Der Bahnhof Bad Godesberg scheint dabei in Vergessenheit geraten zu sein.

Gut, Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Allerdings fragt man sich, warum eine Sanierung von Unterführung, Bahnsteigen und Schalterhalle nun schon mehr als drei Jahre dauern muss. Vor elf Monaten wurden die ersten Aufzüge eingebaut, von denen bis heute noch kein einziger fährt.

Erstes Ärgernis ist, dass die Fahrgäste das alles ertragen müssen. Vor allem, wenn sie nicht gut zu Fuß oder behindert sind, einen Kinderwagen dabei haben und ständig andere an den Treppen um Hilfe bitten müssen. Zweites Ärgernis ist, dass die Geschäftsleute ihre Läden längst auf Vordermann gebracht haben und ihre Waren auf einer wenig einladenden Dauerbaustelle anbieten müssen.

Überaus ärgerlich ist auch, dass die Bahn die Verzögerungen bislang mit fadenscheinigen Begründungen wie „technische Probleme“ und „neue Erkenntnisse im Bauablauf“ abgetan hat. Wenigstens jetzt nennt sie Details, wonach beispielsweise in einem Aufzug falsche Teile eingebaut waren. Für die Kunden wäre es glaubwürdiger gewesen, schon früher mit offenen Karten zu spielen. Glücklicherweise geht es jetzt in der Schalterhalle voran.

Viertes Ärgernis: Die Stadt kann mit der Verschönerung des Ria-Maternus-Platzes erst anfangen, wenn die Bahn fertig ist und ihr Material weggeräumt hat. So wird es in diesem Jahr nichts mehr mit dem neuen Springbrunnen am Pavillon, Baubeginn ist frühestens im Herbst. Allerdings auch nur dann, wenn sich die Bahn diesmal an ihre Versprechen hält. Was man nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aber durchaus bezweifeln kann.

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