Friesdorfer beklagen sich: Ärger über Buslinie 612 zwischen Dottendorf und Bad Godesberg

Friesdorfer beklagen sich : Ärger über Buslinie 612 zwischen Dottendorf und Bad Godesberg

Derzeit beklagen sich die Friesdorfer besonders über die Verkehrssituation im Dorf. In der Herzenssprechstunde schütteten sie Moderatorin Ebba Hagenberg-Miliu im Nachbarschaftszentrum der Arbeiterwohlfahrt ihr Herz aus.

Eine Herzenssprechstunde, bei der nicht über die Vermüllung des Stadtteils gesprochen wird, hat Seltenheitswert. In Friesdorf treiben die Menschen andere Themen um: Am Donnerstag schütteten sie Moderatorin Ebba Hagenberg-Miliu im Nachbarschaftszentrum der Arbeiterwohlfahrt ihr Herz vor allem zur Verkehrssituation im Ort aus.

Ob man denn nicht mal auf der Annaberger Straße eine Tempo-30-Markierung anbringen könne, fragte eine Anwohnerin. Oder digitale Geschwindigkeitsanzeigen mit je nach Tempo fröhlichem oder traurigem Smiley, wie man sie zum Beispiel in Niederbachem findet. Denn da werde viel gerast, vor allem den Berg hinab vom Annaberger Hof - auch Radfahrer würden gerne ordentlich Fahrt aufnehmen. Dem konnten andere nur zustimmen.

Überhaupt würden dort zu viele Menschen entlangfahren, auch Motorradfahrer, die eine Abkürzung über den Venusberg nähmen. Man könne eine Schranke errichten, schlug Alfred Giersberg vor. Aber die Nutzer des Reitstalls müssten da trotzdem durch, zudem sei das eine Privatstraße, da könne die Stadt Bonn nicht über die Nutzung entscheiden.

Die Friesdorfer wollen gerne wieder eine direkte Busverbindung zum Hauptbahnhof haben und beklagten, dass die Linie 614 nur zu bestimmten Zeiten am Tag nach Dottendorf fährt. Mehr noch regten sie sich aber über die Linie 612 auf, die zwischen Dottendorf und Bad Godesberg pendelt: Ständig komme es zu Verspätungen oder gar Ausfällen, Busfahrer würden oft nicht auf die Straßenbahnen 61 und 62 warten, wenn die sich verspäten würden. Ideal, da war man sich einig, wäre eine Verlängerung dieser Linien nach Bad Godesberg, über die schon seit Jahrzehnten nachgedacht wird.

Eine ältere Bewohnerin beklagte sich über die oft zugeparkten und dadurch schmalen Gehwege, auf denen man sich mit Rollator oder Rollstuhl dann nicht bewegen könne. Sie sehe immer häufiger Seniorinnen, die auf der Straße gingen. Ein blinder Teilnehmer hat die gleichen Erfahrungen gemacht. "Ich gehe seit 20 Jahren auf der Straße." Die Lösung wären Poller oder weniger Parkplätze, sagte der Bonner SPD-Chef Gabriel Kunze, aber das würden die Anwohner sicher auch nicht wollen. Der Ortsausschuss-Geschäftsführer Holger Liczner meinte, dass derzeit vermutlich nichts zu machen sei.

Es ging aber nicht nur um Verkehr. Josef Roth sagte, dass sein Großvater Joseph Roth, der sich gegen die Nationalsozialisten stellte und am 22. August 1944 verhaftet wurde (der GA berichtete zum Jahrestag), in Friesdorf zu wenig gewürdigt werde. Und das, obwohl die katholische Kirche ihn im Jahr 2000 sogar zum Märtyrer ernannt hatte. Er wünsche sich, dass am 75. Todestag seines Großvaters am 22. Januar nächsten Jahres in Friesdorf ein Gedenken veranstaltet wird. Auch eine Seligsprechung wäre möglich, aber der Antrag müsse aus der Bevölkerung kommen.

Hagenberg-Miliu verteilte fleißig Aufgaben vor allem an die anwesenden Kommunalpolitiker. Vieles nahm Kunze mit nach Hause, der neben seiner Tätigkeit als SPD-Chef auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke und im Katholikenrat sitzt.

Die nächste Herzenssprechstunde ist am 14. November in Plittersdorf, Haus der Familie, Friesenstraße 6.

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