Französische und Alte Musik

Zuhörer waren begeistert

Der Godesberger Kammerchor bot in der Erlöserkirche französische Chormusik.

Der Godesberger Kammerchor bot in der Erlöserkirche französische Chormusik.

Bad Godesberg. Kammerchor und Organist Bottenhorn begeisterten die Zuhörer in der Erlöserkirche. Ein musikalischer Genuss war das spätsommerliche Barockkonzert in der Michaelskapelle.

Französische Orgel- und Chormusik gab es am Wochenende in der Erlöserkirche und in St. Joseph in Beuel. Zu hören waren in beiden Kirchen der Godesberger Kammerchor unter der Leitung von Christof Rück und Organist Michael Bottenhorn. Die musikalische Vesper in Godesberg leitete Bottenhorn stimmungsvoll mit Prélude & Fugue en fa Mineur von Marcel Dupré ein, die ihm technisch einwandfrei, aber auch mit feinen dynamischen Nuancen gelang.

Ähnliches galt auch für die später zu hörende Sicilienne aus Maurice Duruflés Suite op. 5, die Bottenhorn ebenfalls wunderbar interpretierte. Hauptwerk der musikalischen Vesper war das Requiem von Maurice Duruflé, das in der Fassung für Mezzosopran, Chor und Orgel zu hören war.

Das Requiem gehört zu den Totenmessen, die eher selten zu hören sind, was sich als überaus bedauerlich herausstellte. Friedlich, wie ein Klangteppich, erklang der Introitus im Chor. Der Godesberger Kammerchor, der sich erst 2013 gegründet hat und bei diesem Projekt mit 17 Sängerinnen und Sängern auftrat, beeindruckte durchgehend mit der hervorragenden Leistung seiner Mitglieder.

Jede Stimmgruppe für sich beeindruckte durch Tonsicherheit und selbstbewussten Klang. Neben den leisen und friedvollen Tönen wurde es im "Domine Jesu Christe" oder auch im "Libera me" dramatisch und der Chor - nebst Orgel - blühte zu vollem Klang auf.

Eindringlich und berührend war die Kölner Mezzosopranistin Katharina Georg, die an diesem Abend den Solopart übernahm, im "Pie Jesu" zu hören. Mit dem abschließenden "In paradisum" ging der Abend, der ergänzt wurde durch Gebete und Lesung von Pfarrer Waschk, zu Ende und erntete viel verdienten Beifall.

Musik zu spielen in Räumen, die zeitgleich wie die Musik entstanden sind - das ist ein Vergnügen, dass man als Vertreter der sogenannten Alten Musik nicht sonderlich häufig hat. So wundert es auch gar nicht, dass am vergangenen Sonntag bereits zum dritten Mal der Leiter des Instituts für Alte Musik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Professor Gerald Hambitzer, und drei Studentinnen des Fachbereichs zum spätsommerlichen Barockkonzert in die Godesberger Michaelskapelle eingeladen hatten.

Auch der Förderverein Michaelskapelle zu Bad Godesberg ist ausgesprochen froh über diese wunderbare Gelegenheit, wie der Vorsitzende, Norbert Schloßmacher in seiner Begrüßung betonte. In diesem Jahr widmeten sich die Musiker dem "gemischten Stil" in Werken von Händel, Bach und Telemann, dem Jubilar des kommenden Jahres.

Wie Hambitzer in seinen spannenden und niemals langweiligen Moderationen erläuterte, hatten die deutschen Komponisten dieser Zeit sich stilistisch gerne bei den Franzosen und Italienern bedient und - aus dem Besten - den "vermischten Stil" geschaffen.

Gemeinsam mit Hambitzer am Cembalo waren an diesem Abend die beiden Geigerinnen Justyna Skatulnik und Katarzyna Kmieciak sowie die Cellistin Chia-Hua Chiang zu hören. Auf dem verlässlichen musikalischen Fundament, das Hambitzer lieferte, erwiesen sich die drei jungen Musikerinnen bereits jetzt als wahre Profis in ihrem Fach und brillierten in den Triosonaten sowie auch jeweils einzeln in der Violinsonate op. 1, 3 von Händel (Kmieciak) und der wenig bekannten Sonate TWV 41:F4 von Telemann (Skatulnik). Technik, Ausdruck sowie die historische Spielweise ließen dabei keine Wünsche offen. So wurde der Abend zu einem musikalischen Genuss.