Bonner Gotenschule

Turnhallen-Abriss soll in den Ferien stattfinden

Plittersdorf. Die Stadt rechnet bei der neuen Turnhalle der Gotenschule mit Kosten von nun 5,3 Millionen Euro. Das liegt daran, dass nun größer gebaut wird.

Seit der dauerhaften Schließung der Turnhalle der Gotenschule haben sich diverse politische Gremien mehrfach für Abriss und Neubau ausgesprochen. Dass in den vergangenen 14 Monaten in Plittersdorf nichts davon umgesetzt wurde, hing auch mit der Bedarfsermittlung samt großer Kostensteigerung zusammen.

Die neuerliche Betrachtung am Mittwochabend in der Bezirksvertretung Bad Godesberg darf aber allen Beteiligten Mut machen, dass in den Sommerferien der Abriss beginnt – und Anfang 2020 der Bau.

Denn auch wenn bis zum 10. Juli noch zwei Ausschusstermine und die – entscheidende – Ratssitzung anstehen: „Die Signale stehen auf Grün“, wie Jürgen Bruder (CDU) sagte. Allerdings hatte der Bürger Bund Bonn (BBB) das Thema mit einer Großen Anfrage befeuert. Hauptkritikpunkt von Marcel Schmitt: Wenn sich das Projekt nach der Ermittlung der Bedarfe durch die Vereine von 1,55 Millionen Euro auf nunmehr 5,3 Millionen Euro verteuere, müsse doch statt einer Einfeld- auch eine Zweifeld-Turnhalle möglich sein.

Sportamtschef Stefan Günther erwiderte, dass dies nicht notwendig sei: „Wir decken damit vorhandene und perspektivische Bedarfe ab.“ Denn auch bei einer möglichen Erweiterung auf eine Dreizügigkeit sei die Halle ausreichend – was die Schule selbst so sehe. Zudem habe man keinen Verein gefunden, der mehr Platz reklamiert habe.

Christoph Kippels vom Städtischen Gebäudemanagement (SGB) gab zu bedenken, dass eine größere Halle sowohl der baulichen Erweiterung der Schule im Weg stünde wie auch dem geplanten viergruppigen Kindergarten. Wenn man sie drehe, ginge das schon, so Schmitt. Auch der bestehende Bebauungsplan lasse das zu. Gieslint Grenz (SPD) betonte, es gehe nicht um ein Wunschkonzert, sondern darum, dass die Schule dringendst einen Ersatz brauche.

,,Wir würden gerne die Protokolle sehen"

In zumindest einem Punkt stand der BBB-Politiker nicht alleine da: Nämlich, was die zwei Runden Tische angeht, bei denen entscheidende Weichen fürs Projekt gestellt wurden. „Zu diesen hat nicht die Verwaltung, sondern die Schule eingeladen“, hatte die Stadt angegeben. Das fand jedoch nicht nur Schmitt komisch, sondern auch Nicole Unterseh (Grüne).

„Wir würden gerne die Protokolle sehen“, sagte sie, ließ aber keinen Zweifel an einem notwendigen positiven Beschluss. Eine auf den Erfahrungen bei der Beethovenhallensanierung beruhende Nachfrage hatte Ralf Jochen Ehresmann (Linke): „Sie haben nur zehn Prozent Risikozuschlag eingeplant, wäre nicht mehr besser?“ Sabine Ludolph vom SGB meinte, dass bei einem Neubau zehn Prozent reichten, bei einer Sanierung 30. „Generell bin ich aber dankbar, dass wir Risikokosten jetzt immer dabei haben“, so die Fachfrau.

Die Mehrkosten von fast vier Millionen Euro erklärte die Stadt mit dem für die erste Planung angenommenen Standard-Rauminhalt von 5000 Kubikmetern. Dieser hatte jeweils einen Umkleidebereich für Mädchen und Jungen sowie Sanitäranlagen im Erdgeschoss vorgesehen. Danach habe sich im Gespräch mit Ämtern, Vereinen und Schule ein Flächen- und Raummehrbedarf entwickelt, der eine mehrgeschossige Konzeption erforderlich machte – und somit zusätzliche 3600 Kubikmeter.

„Des Weiteren wurde festgelegt, dass die Sporthalle zu einzelnen Terminen als Veranstaltungsraum genutzt werden kann, was zu einem zusätzlichen Aufwand im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes führt“, schreibt die Verwaltung. Allerdings nur für die Schule und an maximal fünf Terminen pro Jahr.