Gemeinde der Erlöserkirche

Neubau von Gemeindehaus in Bad Godesberg liegt gut in der Zeit

Bad Godesberg. Die evangelische Erlöserkirchengemeinde hat die Grundsteinlegung für ihr fast vier Millionen Euro teures Gemeindehaus gefeiert. Das neue Zentrum für Protestanten aus Rüngsdorf und dem Villenviertel soll wie geplant Ende 2019 fertiggestellt sein.

Dieses neue Gemeindehaus solle nicht auf Sand, sondern auf Fels gegründet sein, beschwor bei der symbolischen Grundsteinlegung in der evangelischen Erlöserkirche Pfarrer Norbert Waschk seine Festgemeinde. Und dann segnete er den 20 Kilogramm-Stein. Der Posaunenchor der Gemeinden blies dazu feierliche Lieder.

Nach langen Planungen, dem Entscheid für die Variante eines Architektenteams aus Münster und der ersten Phase des Rohbaus war es jetzt so weit: Die Protestanten Rüngsdorfs und des Villenviertels sollen, wie berichtet, bis Ende 2019 ihr ersehntes Gemeindezentrum direkt neben dem Kirchbau erhalten. „Auf den Fundamenten unseres Glaubens wollen wir unser Haus errichten. Und es soll nicht riesig, aber fein und einladend werden“, erläuterte Waschk. Dann könne man trockenen Fußes vom Kirchenschiff ins Zentrum gelangen. Der Pfarrer zeigte auf zwei untere Fenster: Da werde es den Durchbruch geben.

Hernach erläuterten die Architekten Christiane Deptolla und Peter Engländer (Deen architects) aus Münster dem GA den Fortschritt an der Baustelle, wo zuvor das alte Pfarrhaus gestanden hatte. „Bisher ist das Kellergeschoss fertig, in dem wir Technik, Toiletten und Lager sowie einen Bereich für die Jugend unterbringen“, zeigte Deptolla, während die Arbeiter fleißig tätig waren. Darüber werde das Herz des Hauses, der 110 Quadratmeter große Saal, liegen. Insgesamt habe man die Ursprungsversion, ganz den städtischen Vorgaben gemäß, verkleinert.

Die Bauarbeiten seien wegen der trockenen Witterung gut vorangekommen, ergänzte Engländer. Bis September werde man die Rohbauphase beenden und dann, sicher geräuschärmer, Fenster und Außenfassade einbringen lassen. Und man gehe davon aus, dass die Fertigstellung wie geplant bis Ende 2019 zu schaffen sei, und das zu den vereinbarten Kosten von 3,9 Millionen Euro.

Architektenteam habe Balanceakt gut gelöst

Es werde auch eine Verbindung zum benachbarten katholischen St. Vinzenzhaus geben – sozusagen ökumenisch, meinte Deptolla lächelnd. Der Neubau neben einer denkmalgeschützten Kirche sei auf jeden Fall eine spannende Herausforderung, bestätigte ihr Kollege. Die Erlöserkirche sollte städtebaulich als Solitär in einem durch frei stehende Gebäude geprägten Umfeld erhalten bleiben.

Deshalb habe man den Neubau zur Straße hin deutlich zurückgesetzt, um mit der Kirche ein Ensemble zu bilden, aber sich auch ihr gegenüber zurückzunehmen. „Mit unserem Material, ebenfalls Klinker, passen wir uns dem der Kirche sichtbar an“, meinte Engländer. Man habe einen Zusammenhalt einer Kirche des 19. Jahrhunderts mit einem zeitgemäßen kleineren Gemeindehaus schaffen wollen.

„Das Architektenteam hat diesen Balanceakt sehr gut gelöst“, lobte Presbyter Manfred Wadehn das optisch neben der Kirche Bescheidene des Baus und seine gelungene Raumaufteilung auf nur zwei Etagen. Auf der Fotomontage des Büros erscheint das Haus denn auch aufgrund der Glaselemente leicht und lichtdurchflutet. Die täglichen Gemeindeveranstaltungen sollen dort stattfinden. Für größere Konzerte oder Theateraufführungen wird weiterhin der Historische Gemeindesaal an der Kronprinzenstraße dienen.