Bad Godesberg

Gedenkstelle für Niklas Pöhler verwüstet

Mit diesem Kreuz hat ein Randalierer an der Gedenkstätte für Niklas Pöhler um sich geschlagen.

Mit diesem Kreuz hat ein Randalierer an der Gedenkstätte für Niklas Pöhler um sich geschlagen.

Bad Godesberg. Ein bislang unbekannter Mann hat die Stelle, an der bis heute viele Blumen und Kerzen an den gewaltsam zu Tode gekommenen Schüler Niklas Pöhler in Bad Godesberg erinnern, verwüstet. Die Polizei ermittelt.

Er riss ein schwarzes Kreuz aus seiner Befestigung und fegte damit Grablampen um: Auf einen Randalierer an der Rheinallee sind am Donnerstagmorgen um 7.20 Uhr Zeugen aufmerksam geworden. Und zwar an der Stelle, wo bis heute viele mit Blumen und Kerzen der Tat an Niklas Pöhler gedenken.

Der damals 17-jährige Junge wurde am 7. Mai 2016 in eine Schlägerei verwickelt und starb einige Tage später. Nach Angaben der Polizei trug der etwa 1,80 Meter große Mann am Donnerstag eine dunkle Jacke und graue Kapuze. Er lief dann mit dem Kreuz weg, das die Beamten 15 Minuten später in einem Mülleimer an der Koblenzer Straße gefunden haben. Polizisten haben das Kreuz wieder an seinem Platz, einem Verkehrsschild, aufgestellt.

Trotzdem bleib das Rondell erst einmal verwüstet: An die Kerzen erinnerte nur noch verspritztes Wachs, ein weißer Tonengel war zu Bruch gegangen, eine Blume wurde aus ihrem Topf gerissen, und ein Kranz aus Tannenzapfen lag lose im Beet herum. Zu sehen waren auch Scherben von Grablichtern.

Pfarrer Wolfgang Picken, der Denise Pöhler seit dem Tod ihres Sohnes als Seelsorger begleitet, denkt, dass man die Tat nicht überbewerten dürfe. „Man kennt ja nicht das Motiv des Mannes.“ Das eigentliche Gedenkkreuz, das ganz am Anfang aufgestellt wurde, ist hell. Wie das schwarze ans Verkehrsschild gekommen ist und von wem es stammt, weiß Picken nicht. Auch Denise Pöhler habe schon kritisiert, dass es nicht vernünftig aufgestellt sei.

Der Pfarrer sagt, dass man sich weiterhin Gedanken machen müsse, wie der Tatort gestaltet werden soll, damit dort „eine bleibende Würdigung an den Tod von Niklas dort entstehen kann“. Die Politiker der Bezirksvertretung Bad Godesberg würden sich mit dem Thema bereits befassen.

Der Tatverdächtige Walid S. wurde, wie berichtet, am 3. Mai vom Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen.

Die Polizei ermittelt im Fall der Verwüstung der Gedenkstelle. Hinweise zu dem Gesuchten sowie generell zum Fall Niklas Pöhler nimmt die Polizei unter 0228/150 entgegen.