Wahrzeichen von Bad Godesberg

Der Turm der Godesburg ist weiter gesperrt

Der Burgfried der Godesburg ist aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Der Burgfried der Godesburg ist aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Bad Godesberg. Der Festausschuss Godesberger Karneval durfte hoch, um seine Fahne zu hissen. Auch die Lichtinstallateure der Stadtwerke kamen auf den Turm der Godesburg, um in der Weihnachtszeit Lichter anzubringen. Doch für alle anderen ist der Zugang immer noch versperrt.

Die Tür ist bereits seit vergangenem Juni verschlossen, was an einzelnen Besuchern gelegen hatte. Die hatten sich in 32 Metern Höhe nämlich, wie berichtet, selbst in Gefahr gebracht. „Die machen da oben ständig Fotos von sich“, sagte damals ein Ur-Godesberger, der die Selfimania von seinem Balkon aus dokumentiert hatte. Da stand zum Beispiel ein junger Mann mit weit ausgebreiteten Armen auf dem Turmrand und feierte sich – ähnlich der Filmszene aus „Titanic“, wo Kate Winslet und Leonardo DiCaprio am Bug des Schiffes standen. Die FDP hatte dann entsprechende Fotos im Internet gefunden und daraufhin die Stadt gebeten, einen Absturz- beziehungsweise Brüstungsschutz zu prüfen. Die Stadt ließ daraufhin den Turm sofort schließen.

Bereits im Juli sprach das Städtische Gebäudemanagement davon, eine ringförmige Metallkonstruktion auf dem Turm anzubringen. Das sollte eigentlich im August passiert sein. Doch es geht voran: „Das Geländer zur Sicherung des Godesburg-Turms befindet sich zurzeit in der Fertigung“, teilt Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt mit. Es soll ab Montag, 19. Februar, montiert werden.

Turm normalerweise von April bis Oktober geöffnet

Zu den Verzögerungen sei es gekommen, weil die Abstimmungen mit der Unteren Denkmalbehörde hinsichtlich Art und Umfang einige Zeit in Anspruch genommen habe. „Auch die Abstimmung mit dem Statiker zur Befestigung des Geländers sowie die Auftragsvergabe haben mehr Zeit benötigt, als erwartet“, so Schmitz. Als die Turmlichterketten im Advent hingen, habe man auch nicht montieren können.

„Bei dem Geländer handelt es sich um einen der runden Brüstungsgeometrie folgenden umlaufenden Handlauf aus Rundstahl“, so Schmitz. Der werde mittels Flacheisen seitlich in der Mauerkrone verankert. Die gesamte Konstruktion werde in dunkelgrauer Eisenglimmerfarbe entsprechend der Vorgabe der Unteren Denkmalbehörde beschichtet. Die Oberkante des Handlaufs soll 1,10 Meter über dem vorhandenen Holzbohlenbelag des Daches liegen. Damit soll es dort oben dann nicht mehr so einfach sein, auf die Brüstung zu kommen. Ganz könne das wohl aber nur ein Käfig verhindern. Im Raum steht auch noch eine Große Anfrage der FDP vom vergangenen Frühjahr, die mit verschiedenen Ideen die Attraktivität der Burg steigern will. Die Liberalen wünschen sich ausführliche Informationstafeln zur Geschichte und Geologie, gepaart möglicherweise mit Führungen, die auch zu Draitschquelle, Redoutenpark, Redoute, zur kurfürstlichen Zeile, Villenviertel und bis an den Rhein führen.

Der Turm der Godesburg ist normalerweise von April bis Oktober geöffnet: täglich von 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung mit dem Restaurantpächter. Erwachsene zahlen ein Euro Eintritt, Kinder ab sechs Jahren 50 Cent, Familien zwei Euro. Schulklassen zahlen zehn Euro.