„Malentes Theater Palast“

Bad Godesberg bekommt ein neues Theater

Die ersten Gäste sind da: Knut Vanmarcke (links) und Dirk Vossberg-Vanmarcke (rechts) stellen bei einer Pressekonferenz das Programm von „Malentes Theater Palast“ im historischen Spiegelzelt an der Godesberger Allee vor.

Die ersten Gäste sind da: Knut Vanmarcke (links) und Dirk Vossberg-Vanmarcke (rechts) stellen bei einer Pressekonferenz das Programm von „Malentes Theater Palast“ im historischen Spiegelzelt an der Godesberger Allee vor.

Bad Godesberg. „Malentes Theater Palast“ wird am 20. September eröffnet. Bei den Aufführungen im schillernden Spiegelzelt spielen Walter Ullrich, Bill Mockridge und Margie Kinsky mit.

Die Gastgeber strahlen schon Wochen bevor „Malentes Theater Palast“ am 20. September eröffnet wird. Sie sehen es genau vor sich: Bald verschwindet der Schotter auf dem Vorplatz an der Godesberger Allee 69 unter Pflastersteinen und die Wände der Sanitärcontainer hinter Holzverkleidungen. Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke führen detailverliebt Regie, ob nun beim Aufbau des historischen Spiegelzelts oder beim Programm der ersten Spielzeit, das sie am Freitag bei einer Pressekonferenz vorgestellt haben. Der Theater Palast ist ihr Traum. Dass er ausgerechnet in Bad Godesberg Wirklichkeit wird, passt zur Biografie des Duos, das vor 13 Jahren im „Kleinen Theater“ seine erste große Chance erhielt.

„Das Publikum soll in eine Art-déco-Welt eintauchen“, sagt Vossberg-Vanmarcke. Der große Kronleuchter für das belgische Spiegelzelt aus dem Jahr 1935 ist gerade angekommen. Bühnenbilder werden die Container-Anbauten noch mit passenden Holzkassetten und nachgedruckten Art-déco-Tapeten verkleiden. „Im Moment beginnt gerade der technische Ausbau. Die Leitungen für Scheinwerfer und Ton werden verlegt“, berichtet Vossberg-Vanmarcke. „Wir sind sehr gut im Zeitplan und haben noch acht Wochen bis zur Eröffnung.“

Als charmante Gastgeber und Entertainer sind die beiden Herren mit dem Künstlernamen „Familie Malente“ bundesweit bekannt. Die ersten fünf Busse mit Fans aus früheren Spielorten werden schon bald in Bonn anrollen, und auch die Nachfrage vom heimischen Publikum ist gut. So kommunikativ wie die Vanmarckes ist auch ihr neues Domizil. „Im Spiegelzelt wurde früher getanzt. Über die Spiegel konnte man mit den Damen und Herren gegenüber flirten“, erklärte Knut Vanmarcke. Das Publikum auf den knapp 200 Plätzen soll vor allem mit den Musikern auf der Bühne flirten. In der ersten Spielzeit gibt es sechs abwechslungsreiche Musikshows von Operette über Schlager bis zur Discomusik der 70er.

Den Mut haben, ein neues Theater aufzumachen

„Viele sagen uns, dass es sehr mutig ist, hier ein neues Theater aufzumachen. Wir glauben, dass wir mit unserer Mischung Erfolg haben werden“, sagte Dirk Vossberg-Vanmarcke. Gleich zum Auftakt gebe es einen Malente-Klassiker: „Mit 17 hat man noch Träume“ mit den Hits der 60er Jahre. Bei der augenzwinkernden Inszenierung des „Weißen Rössl“ holt sich die Familie Malente Bonner Verstärkung. Als Kaiser sind im Wechsel Walter Ullrich, Intendant des „Kleinen Theaters“, und Springmaus-Kabarettist Bill Mockridge zu sehen. Knut Vanmarcke spielt in der entstaubten Version der Revue-Operette die Rössl-Wirtin.

Wenn die „Fabulous Singlettes“ auf ihrer Europatournee in Bonn vorbeischauen, gibt es Texte und Moderation in englischer Sprache, auch mit Blick auf das internationale Publikum in der Stadt. Bei der Travestieshow „Ganze Kerle“ erlebt das Publikum eine alte Bekannte: Die Bonner Kabarettistin Margie Kinsky spielt die Mutter. Die Liebe der Gastgeber zum Detail macht auch beim Outfit der Gäste nicht Halt: Wer zur Udo-Jürgens-Show im weißen Bademantel erscheint, bekommt ein Glas Sekt gratis.

Genehmigt ist der Zeltbau für zwei Jahre, die Betreiber haben das Grundstück optimistisch für fünf Jahre gepachtet. Hinter der Bühne wird noch eine Akustikwand installiert, denn tagsüber hört man den Verkehr auf der B 9 rollen und die Züge auf der nahe gelegenen Bahntrasse. „Wir hätten lieber in der Rheinaue aufgebaut, aber das hier ist der einige Standort, den wir in Bonn bekommen haben“, sagt Vossberg-Vanmarcke. Als die erste Takte von „Mit 17 hat man noch Träume“ erklingen, umhüllt Musik das Publikum in der schillernden Art-déco-Welt.