Per Shuttle zur Kunst in Godesberg

An diesem Freitag steigt die Nacht der Galerien

PK zur Nacht der Galerien: vl. Harald Gesterkamp, Juergen Laue und Galeristin Judith Andreae.

PK zur Nacht der Galerien: vl. Harald Gesterkamp, Juergen Laue und Galeristin Judith Andreae.

Bad Godesberg. Zehn Aussteller öffnen bis Mitternacht ihre Ausstellungsräume. Erstmals ist die Stiftung für Musik und Kultur dabei, die sich der Förderung von Kunst im öffentlichen Raum verschrieben hat.

Dass die Kunst manchmal eigenen Gesetzen folgt, ist soweit nichts Neues. Felix Contzen geht fast noch einen Schritt weiter, denn der Video- und Fotokünstler hängt kurzerhand den Mond in den Keller. Und zwar in den von Galeristin Judith Andreae. Zu sehen ist das und noch viel mehr bei der siebten Nacht der Galerien am Freitag, 3. Mai, von 18 bis 24 Uhr.

Während die beeindruckende Mondinstallation im Gewölbekeller schon leuchtet, ist eine Etage drüber manches im Fluss. Ihre Ausstellung entstehe noch, betont Andreae. Im Hauptraum zeigt sie unter dem Titel „Feel Color“ großformatige Acrylglasarbeiten von Regine Schumann. „In einem anderen gibt es korrespondierende Arbeiten von Stefanie Brehm und Hildegard Elma“, so Andreae.

Neben ihr sind Harald Gesterkamp von der Galerie 62 und Jürgen Laue vom Kunstverein Bad Godesberg so etwas wie die Hauptorganisatoren der Kulturnacht. „Es machen zehn Aussteller mit, und wir sind besonders stolz, dass erstmals die Stiftung für Musik und Kultur dabei ist, die sich der Förderung von Kunst im öffentlichen Raum verschrieben hat“, sagte Gesterkamp. Die eingeschworenen Akteure sind dabei offen für neue Mitstreiter. „Voraussetzung ist ein Raum, in dem man Künstler ausstellt und nicht nur sich selbst“, erklärte Andreae. Denn der Abend habe nichts mit offenen Ateliertagen zu tun. „Und wir achten sehr auf Qualität“, ergänzte Laue. Das Orga-Team kann sich neue Formate vorstellen. „Möglich wäre eine Pop-up-Galerie, bei der jemand einen Raum nur für eine Nacht mietet und Künstler ausstellt“, so Laue.

Großer Themenmix

Was aber nicht heiße, dass es der Auflage 2019 an irgendetwas fehle, ließen die drei durchblicken. Die Besucher erwartet ein Themenmix aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Konzeptart, Druckgrafik, angewandter Kunst und Design. Beteiligt sind das Craftkontor mit Scherenschnitten von Petra Klischat und Porzellan von Juliane Herden, die Galerie Andreae, die Galerie Schön mit Köpfen aus allen Epochen, die Galerie 62 mit Bildern von Manfred Weill, das Haus an der Redoute mit Werken aus Bad Godesberg und Kortrijk, die Kunsthandlung Kessel mit Collagen und Fotos der Künstlerin Simone de Saree, das Kunstkabinett Stefan Moll mit Graffiti von King Pin, der Kunstverein mit Werken von André Goezu, die Stiftung Kunst und Kultur sowie der Katharinenhof mit mongolischer Kunst von Ochirbold Ayurzana.

„Wir haben von Jahr zu Jahr steigende Besucherzahlen, letztes Jahr waren mehrere Hundert bei uns“, sagte Gesterkamp, dessen Frau Irmgard Hofmann für das Webdesign und die Flyer verantwortlich zeichnet. Zielgruppe, so umschrieb es Jürgen Laue, sind alle. „Es kommen auch Familien, den Nachwuchs im Fahrradanhänger.“

Kostenloser Shuttleservice

Angesichts der drohenden Parkplatzsuche raten die Organisatoren zur Anreise per Rad, zu Fuß oder mit dem Shuttlebus. „Es sind am Freitag drei Busse im Einsatz, die die zehn Stationen auf einem Rundkurs verbinden“, kündigte Andreae an. Für die Kunstfreunde ist die Nutzung gratis, die Kosten tragen die Teilnehmer.

Thema Kosten: Rechnet sich so ein Abend? „Bei der Nacht der Galerien selbst mache ich keine großen Deals“, sagte Andreae. Aber es kämen eben potenzielle neue Kunden vorbei. „Die Hemmschwelle einzutreten, liegt bei dem Ereignis niedrig, da viele Leute unterwegs sind“, meinte die Galeristin, die bedauert, dass viele Menschen sich einfach nicht trauten, einmal unverbindlich in eine Galerie hineinzuschnuppern. Insofern hoffen die Aussteller, dass die offenen Türen bis Mitternacht reichlich genutzt werden. Und über allem wacht der Mond. Sei es der echte oder eben der im Keller.

Weitere Infos zur Veranstaltung am Freitag, 3. Mai, von 18 bis 24 Uhr unter www.nacht-der-galerien.de