Bürgerstiftung Rheinviertel: 90.000 Euro sollen in zwei Hospize fließen

Bürgerstiftung Rheinviertel : 90.000 Euro sollen in zwei Hospize fließen

Die Bürgerstiftung Rheinviertel will auch in Zukunft einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in ihre drei Hospizprojekte legen. Rund 90.000 Euro sollen deshalb allein in diesem Jahr in die Arbeit der beiden Integrierten Hospize im CBT-Wohnhaus Emmaus und im Sankt Vinzenzhaus sowie in den Ambulanten Hospizdienst fließen.

Das hat der Vorstand in seiner jüngsten Sitzung bekräftigt. Mit den finanziellen Mitteln werden im Wesentlichen drei Hospizschwestern und umfangreiche palliative Fortbildungsmaßnahmen finanziert.

Die Hospizschwestern stehen den Sterbenden und ihren Angehörigen in den Altenheimen und im häuslichen Umfeld unentgeltlich und unabhängig von Religions- oder Konfessionszugehörigkeit zur Seite. Sie stellen im Sterbeprozess Würde und Begleitung bis zuletzt sicher. "Wir danken den drei Hospizschwestern für ihre segensreiche Arbeit. Sie setzen ein Zeichen gelebter Nächstenliebe" sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dechant Wolfgang Picken.

"Ohne Schmerzen leben. Liebevoll begleitet sein. In gewohnter Umgebung sterben dürfen" - auf diese Weise ist die Idee umschrieben, welche die Bürgerstiftung Rheinviertel seit sechs Jahren intensiv mit ihren Hospizprojekten verfolgt. Sie entwickelte in dieser Form erstmalig das Konzept des Integrierten Hospizes, das sie in zwei Altenheimen des Viertels umsetzt. Die Bürgerstiftung hatte für dieses Pilotprojekt den Altenheimzukunftspreis 2009 erhalten.

Die zwei in Palliativmedizin ausgebildeten Hospizschwestern begleiten mit einem Team ehrenamtlicher Helfer pro Jahr durchschnittlich 70 Sterbende in den Altenheimen. Ihnen wird eine intensive Zuwendung und medizinische Betreuung ermöglicht, dabei können sie in der gewohnten Umgebung ihrer eigenen Räume Abschied vom Leben nehmen.

Durch die erweiterte Betreuung konnte die Anzahl der Krankenhauseinweisungen Sterbender stark reduziert werden. Auch nehmen zunehmend mehr Bewohner von den Hospizschwestern vermittelte schmerztherapeutische Maßnahmen in Anspruch und gewinnen so Lebensqualität zurück.

"Untersuchungen weisen aus, dass viele alte Menschen Schmerzen als Begleiterscheinung des Alters ansehen und ertragen. Allerdings müssen viele Schmerzen nicht sein, wenn eine moderne Schmerztherapie zum Einsatz kommt", erläutert Picken den weiteren Nutzen der integrierten Hospizarbeit.

"Die Schwestern sind für die Heimbewohner ein unschätzbarer Wert, sowohl durch ihre persönliche Zuwendung, als auch durch die Anwendung von palliativer Medizin und Schmerztherapie in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Hausärzten", so betont Hanns-Christoph Eiden, der stellvertretende Stiftungsvorsitzende. Die beiden Godesberger Seniorenheime haben durch das Integrierte Hospiz ein Alleinstellungsmerkmal. Sie haben eine Auslastung von fast 99 Prozent.

Gemeinsam mit dem Bonner Caritas-Verband realisiert die Bürgerstiftung Rheinviertel ein weiteres Hospizprojekt. Sterbende im Rheinviertel, die zu Hause selbstbestimmt leben, erfahren durch eine Hospizschwester ambulante Hilfe bei starken Schmerzen, schwerer Pflegebedürftigkeit und eine intensive Begleitung im Sterbeprozess.

Die Stiftung will mit diesem Kooperationsprojekt auch den Schwerstkranken und sterbenden Menschen zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung zur Seite zu stehen. In Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten wird sich um Linderung, möglichst sogar um die Verhinderung von Schmerzen und zusätzliche Pflege bemüht.

Hilfe ist willkommen

Die umfangreiche Hospizarbeit der Bürgerstiftung Rheinviertel wird aus Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Die Stiftung bittet um finanzielle Unterstützung und tatkräftige Hilfe, damit die wichtige Begleitung Sterbender noch erweitert werden kann. Nähe Infos unter: www.buergerstiftung-rheinviertel.de.

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