Bonner bei Allgäu-Orient-Rallye: 7000 Kilometer in drei Wochen

Bonner bei Allgäu-Orient-Rallye : 7000 Kilometer in drei Wochen

Die Allgäu-Orient-Rallye gilt als eines der letzten "großen Abenteuer" und führt sechs jungen Leute innerhalb von drei Wochen über 7000 Kilometer bis nach Teheran.

Robertah Kellermann und Daniel Lindlar stehen mitten auf dem Plittersdorfer Dorfplatz an der Steinstraße und schauen sich ihre neueste Errungenschaft an: ein alter, blauer Mercedes-Benz Kombi. Hier und da sind leichte Dellen zu erkennen, sonst sieht der Wagen aber relativ ordentlich aus. "Heute ist er durch den Tüv gekommen, das freut mich wahnsinnig", sagt der 42-jährige Lindlar lachend, während er auf die Motorhaube klopft.

Er öffnet die Fahrertür und plötzlich beweist die Alarmanlage, dass auch sie den Tüv-Test bestanden hat - und sich nicht allzu leicht ausstellen lässt. Während die 21-jährige Robertah lacht, kündigt Lindlar an, dass die "nervtötende Alarmanlage" noch unbedingt ausgebaut werden muss.

Die Demontage ist in Anbetracht des Vorhabens wahrlich keine schlechte Idee: Zusammen mit vier weiteren Freunden und Verwandten starten Kellermann und Lindlar am 30. April bei der Allgäu-Orient-Rallye. Die führt nicht nur über asphaltierte Strecken, auch die ein oder andere Buckelpiste ist dabei. "Vom Allgäu bis in den Iran, lautet unsere grobe Route. Hinbringen werden uns, und das hoffentlich bis zum Schluss, drei alte Mercedes-Benz", berichtet Robertah Kellermann. Zwei Fahrzeuge haben sie schon kaufen können, ein weiteres fehlt noch.

"Geschlafen wird in den Autos oder in Zelten, gegessen wird draußen. Und wir fahren täglich mindestens acht Stunden Auto", erklärt Kellermann. Die 21-Jährige fährt mit, weil ihr Mitbewohner Felix Lindlar die Idee zu der Rallye hatte. "Ich bin im Sommer mit dem Auto durch Europa gefahren und habe von dieser Rallye gelesen - da wollte ich mitmachen", erzählt der 23-jährige Chef vom Team "Nord-Süd-Fahrt". Robertah habe sich dann mitreißen lassen.

"Ich möchte mal schauen, wo meine Grenzen sind und möchte vor allem diese Erfahrungen mitnehmen - sonst würde man ja nie in diese Länder reisen", erklärt sie. Von Autos habe sie noch keine Ahnung, was sich aber ändern wird - die Vorbereitungen habe sie auch ein wenig unterschätzt. Es gibt strenge Vorgaben.

"Die Schulranzen bekommen wir vom Veranstalter"

Beispielsweise werden die drei Autos nach der Ankunft dem Roten Halbmond gestiftet und unterwegs bekommen Schulkinder Geschenke. "Die Schulranzen bekommen wir vom Veranstalter, um den Inhalt müssen wir uns kümmern", erklärt Daniel Lindlar. Der Onkel von Felix ist im Team für die Technik verantwortlich, er kennt sich exzellent mit den Benz-Motoren aus und ist somit ein wichtiger Teil des Teams.

Besonders stolz ist er nicht nur auf seine beiden Mercedes, die er für insgesamt knapp 3000 Euro gekauft hat, sondern auch auf die Kennzeichen. "BN für Bonn, unsere Heimatstadt, AO für Allgäu-Orient, die 17 ist unsere Teamnummer, 01 und 02 sind die Nummern unserer Wagen."

Die Startgebühren, Rückflüge sowie Unterkunfts- und Verpflegungskosten übernehmen die sechs Abenteurer selbst. "Die Fahrzeug- und Spritkosten möchten wir aber über Sponsoren abdecken, weshalb wir noch fleißig nach welchen suchen. Selbstverständlich werden sie auf unseren Autos verewigt", berichtet Daniel Lindlar.

Noch steckt das Team mitten in den Vorbereitungen. Die Autos müssen aus- und umgebaut werden, ein weiteres Auto muss gefunden und gekauft und Sponsoren überzeugt werden. Bevor das richtige Abenteuer beginnen kann, muss der Vorbereitungsmarathon gemeistert werden.

Mehr Infos zum Team "Nord-Süd-Fahrt" gibt es demnächst unter www.nord-sued-fahrt.blogspot.de

Mehr von GA BONN