Viele Abbrecher: Bachelor-Studium in der Kritik

Viele Abbrecher : Bachelor-Studium in der Kritik

Unternehmen in der Region mit Absolventen überwiegend zufrieden: Zehn Jahre nach dem Start der Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland gibt es Kritik an der Bologna-Studienreform. Die neuen Studiengänge erreichen kaum bildungsferne Schichten, und viele Studenten brechen vorzeitig ab. Kritik gibt es nicht nur vonseiten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), sondern auch aus der Studierendenschaft.

"Bologna - das klingt nach Pasta, ist aber Käse", sagt Erik Marquardt vom Dachverband der Verfassten Studierendenschaften. Die Wirtschaft in der Region zeigt sich mit den Absolventen aber überwiegend zufrieden.

Wie aus einer europaweiten Studie hervorgeht, sind in Deutschland inzwischen nahezu alle Studiengänge (86,3 Prozent) auf die Zweistufigkeit mit Bachelor und Master umgestellt. Allerdings beträgt die Studienabbruchquote in Bachelorstudiengängen an Universitäten laut aktuellem Bildungsbericht 35 Prozent. Und nur zwei Prozent der Studierenden in Deutschland stammen aus bildungsfernen Elternhäusern.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zieht eine positive Bilanz. Bei der Mobilität seien die Deutschen europaweit Spitze: 2009 studierten 115 500 junge Frauen und Männer an Hochschulen im Ausland - mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Allerdings gehen viele erst nach dem Bachelorabschluss ins Ausland.

Die Unternehmen in der Region nehmen Bachelor-Absolventen gerne auf, so Jürgen Hindenberg, Personal- und Bildungsexperte bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Die Industrie wünscht sich allerdings noch mehr Praxisorientierung, sagte Christiane Konegen-Grenier, Bildungsexpertin beim Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft. Hilmar Schneider, Arbeitsmarktforscher am Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit, kritisierte, dass das Bachelor-Studium zu wenig auf Eigenverantwortung setze.

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