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"MS Wissenschaft": Ausstellungsschiff liegt in Bonn vor Anker

"MS Wissenschaft" : Ausstellungsschiff liegt in Bonn vor Anker

Der große Welt-Ballon und die Banner am Schiff verraten, dass es sich um die "MS Wissenschaft" handelt. Das Ausstellungsschiff des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) macht in diesen Tagen Station in Bonn.

Auf Höhe der Oper liegt das ehemalige Frachtschiff vor Anker, und lädt junge Entdecker und ihre Familien zu einem Besuch in das Schiffsinnere ein. Im Wissenschaftsjahr 2012 widmet sich die Ausstellung im Bauch des Schiffes der Forschung über nachhaltige Entwicklungen.

Der Ausstellungsrundgang ist mit einem Spaziergang durch eine Stadt zu vergleichen. Ein Markt, ein Kino, ein Spielplatz und auch ein Kaufhaus sind Stationen, an denen der Besucher vorbeikommt. An jedem dieser Orte gibt es verschiedene Exponate, die die Besucher erkunden können. Gleichzeitig erfahren sie so, woran die Nachhaltigkeitsforschung derzeit arbeitet.

"20 Forschungseinrichtungen haben Beiträge zu der Ausstellung beigesteuert", erklärt Wilfried Kraus, BMBF-Ministerialdirigent und Leiter der Projektgruppe des Wissenschaftsjahres 2012. Ausstellungsthemen sind Ressourcenrecyling, Lichtverschmutzung, Wassermanagement und auch Küstenentwicklung. "Wir hoffen, dass die Faszination Wissenschaft auf die jungen Menschen überspringt", erklärt Kraus die Ziele der Ausstellung. Bisher habe man mit ihr schon mehr als 24.000 Menschen erreicht.

Im Gegensatz zu den meisten Ausstellungen in Museen muss der Besucher der "MS Wissenschaft" selbst tätig werden, um an Informationen zu kommen. "Es ist unheimlich viel Leben an den Ständen, das ist einfach toll", ist Kraus begeistert.

Besonders beliebt bei jungen Besuchern ist das Exponat "Die Nacht bewahren" des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Die Lichter von Straßen und Städten beeinflussen viele nachtaktive Tiere in ihrer Nahrungsaufnahme, ihrer Kommunikation und in ihrer Wanderungsbewegung. Bei dem Exponat können Kinder anhand einer Computeranimation in die Rolle einer Eule schlüpfen und lernen so die Problematik der Lichtverschmutzung kennen.

Bei einem anderen Exponat erfährt der Ausstellungsbesucher, dass in Deutschland im vergangenen Jahr rund 35 Millionen Mobiltelefone verkauft wurden. Dabei würden die Deutschen ein Handy gerade mal eineinhalb Jahre nutzen und sich danach wieder ein neues zulegen. Die Altgeräte landen in der Schublade, dabei sind gerade sie ein exzellenter Rohstofflieferant.

"In einem Handy steckt 50 Mal so viel Gold wie in einem Goldstein", erklärt eine Infoeinblendung an dem Exponat.

Die "MS Wissenschaft" liegt bis kommenden Sonntag, 19. August, am Brassertufer, Höhe Oper, vor Anker. Die Ausstellung ist bis dahin täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.