Anlieger stören sich an Dreharbeiten

Anlieger stören sich an Dreharbeiten

Verwaltungsrichterin entscheidet im Eilverfahren über Halteverbot in der Rüngsdorfer Fasanenstraße

Rüngsdorf. (es) Sie liegt sehr idyllisch, die Fasanenstraße, sozusagen beschützt von stattlichen Häusern. Auch deswegen zieht es Produktionsfirmen immer wieder für Filmaufnahmen in die Anliegerstraße. Doch jetzt ist einigen Anwohnern der Kragen geplatzt. Mit einem Widerspruch reagierten sie auf die bereits genehmigte Parkverbotsregelung für den ZDF-Film "Es gibt kein Morgen mehr".

Ein Hilferuf, wie man den Worten des Hauptklägers, der ungenannt bleiben will, entnehmen kann. Denn eigentlich geht es ihm und sechs weiteren Anliegern um etwas anderes: "Hier sind ständig Dreharbeiten, aber uns geht es nicht nur um die Häufigkeit, sondern auch um die Intensität", meint der Mann.

Da die Dreharbeiten bis zum 19. Oktober laufen, gab es am Mittwoch ein Eilverfahren vor Ort. Genauer: an der Fasanenstraße 35, denn hier spielen derzeit Stars wie Nicole Heesters, Maja Maranow oder Friedrich von Thun.

"Die Filmfirma verfolgt kommerzielle Interessen in einem reinen Wohngebiet", empörte sich der Kläger. Die Kölner Verwaltungsrichterin Heilwig von Massow stellte jedoch klar, dass dies nicht Gegenstand des Verfahrens sei; der Eigentümer dürfe sein Wohnhaus aber durchaus für Dreharbeiten zur Verfügung stellen. Zwei Stunden lang erörterten Stadt, Gericht, Produktionsfirma und Klägerseite ihre Sicht zum Halteverbot, das Tag und Nacht gilt.

Der Kläger brachte vor, dass sein Sohn sein Auto als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bad Godesberg schnell erreichen müsse und nicht, wie von der Richterin vorgeschlagen, um die Ecke abstellen könne. Daraufhin gestattete die Filmfirma ihm, nachts vor dem Elternhaus zu parken - obwohl die Richterin festhielt, dass es kein Recht auf einen Parkplatz vor dem Haus gebe. Von Massow ordnete schließlich an, dass die Stadt Zusatzschilder aufstellen muss, die das Halteverbot am Wochenende aussetzen.

Der Kläger will nun überlegen, gegen die Dreharbeiten als solche vorzugehen: "Die arbeiten bis tief in die Nacht, lautstark und mit viel indirektem Licht, obwohl die Stadt nur Genehmigungen bis 18 Uhr erteilt hat." Vor allem der für Freitag geplante Nachtdreh stört ihn. Bislang allerdings hat die Stadt laut Presseamt dafür noch keine Genehmigung erteilt.

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