Ako-pro-Seminar: Weitere Aufarbeitung gefordert

Ako-pro-Seminar: Weitere Aufarbeitung gefordert

Eltern von ehemaligen Pfadfindern des Ako-pro-Seminars, die dessen vormaligen Leiter des Macht- und sexuellen Missbrauchs in den Jahren 1983 bis 2001 beschuldigen, haben sich zu einer Interessengruppe zusammengetan.

Wie berichtet, hatte der Abschlussbericht der unabhängigen Aufklärungskommission von Professorin Julia Zinsmeister zu Fällen am Aloisiuskolleg (Ako) und im Ako-nahen Verein Ako-pro-Seminar im Februar 2011 auch hier Brisantes dokumentiert: Der Mann soll ein geschlossenes System von Lieblingen und Verlierern betrieben sowie sich massiver Grenzverletzungen bis zum möglichen Geschlechtsverkehr mit Schutzbefohlenen schuldig gemacht haben.

Der langjährige pädagogische Ako-pro-Leiter war im Juli 2010 von diesem Amt und seinem Dienst in der Ako-Übermittagsbetreuung freigestellt worden und im Dezember 2010 ausgeschieden. Nach GA-Informationen wurden gegen ihn vier Anzeigen wegen Missbrauchs erhoben, eine von einem Betroffenen erst kürzlich.

Oberstaatsanwalt Fred Apostel bestätigt dem GA auf Anfrage, dass in Verfahren wegen möglichen Missbrauchs weiterhin Ermittlungen laufen, die anderen wegen Verjährung eingestellt wurden. "Wir Familien sind erschüttert, dass durch Aussagen unserer Kinder immer mehr Fälle von Gewalt dieses Mannes gegen Minderjährige zum Vorschein kommen", so eine Mutter.

Nicht nur die inzwischen erwachsenen Kinder, sondern auch sie als Angehörige benötigten Unterstützung, "um das auszuhalten" und die vielfach gestörten Beziehungen zum Nachwuchs wieder in Gang zu bringen. "Wir wollen auch andere ehemalige Scouter ermuntern, mit uns den Prozess der Aufarbeitung fortzusetzen", sagt die Mutter.

Kontakt zur Gruppe über die Siershahner "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch", Telefonnummer (02623) 6839 oder www.initiative-gegen-gewalt.de

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